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Bürgschaft für MV-Werften : Der Bund ist mit im Boot

vom
Aus der Onlineredaktion

Berlin will sich an Schiffbau-Bürgschaften für MV-Werften beteiligen. Bau großer Ozeanriesen im Blick

svz.de von
erstellt am 09.Aug.2017 | 20:45 Uhr

Der Bund will sich an den Schiffbau-Bürgschaften für die MV-Werften beteiligen und so den Weg frei machen für den Bau riesiger Kreuzfahrtschiffe in MV. Mit der Landesregierung in Schwerin und der für Exportgarantien zuständigen KfW-Bank seien Gespräche dazu vereinbart. „Wir wollen schnell zusammenkommen, um die offenen Fragen zu klären und noch vor der Bundestagswahl die notwendigen Entscheidungen treffen“, sagte Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries (SPD) gestern bei einem Besuch der Werft in Wismar.

Die malaysische Genting-Gruppe hatte die drei Werften in Wismar, Rostock-Warnemünde und Stralsund im Frühjahr 2016 für 240 Millionen Euro übernommen und zunächst mit dem Bau von kleineren Flusskreuzfahrtschiffen begonnen. Das erste dieser Reihe war in der Vorwoche an den Eigentümer, die Reederei Crystal River Cruises, übergeben worden.

Anders als bei diesen etwa 60 Millionen Euro teuren Schiffen, die vom Unternehmen finanziert werden, will Genting bei der Finanzierung der großen Schiffe die in der Branche üblichen staatlichen Kreditbürgschaften nutzen. Voraussichtlich von 2019 an sollen die Kreuzliner mit einer Länge von etwa 340 Metern gebaut werden. Die Kosten je Schiff werden auf etwa 1,4 Milliarden Euro geschätzt.

MV-Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) hatte den Werftbesuch seiner Amtskollegin genutzt, um nochmals für eine Beteiligung des Bundes an den Bürgschaften zu werben. „Wir haben als Land die Grundsatzentscheidung getroffen, weiterhin Bürgschaften für den Schiffbau zu übernehmen. Dass der Bund wieder mit ins Boot kommt, ist ein gutes Signal für die Zukunft der maritimen Wirtschaft in unserem Land“, so Glawe.

Bund und Land hatten auch für die früheren P+S-Werften in Stralsund und Wolgast gebürgt, nach der P+S-Pleite aber hohe dreistellige Millionensummen abschreiben müssen. Deshalb hatte das Land mit einer Gesetzesänderung seinen Bürgschaftsrahmen für Werften insgesamt auf 400 Millionen Euro begrenzt. Dabei werden bisher schon 100 Millionen Euro mit einer Rückbürgschaft des Bundes gesichert. Sollten sich Bund und Land – wie früher üblich – darauf einigen, jeweils die Hälfte der Schiffbaubürgschaften zu übernehmen, wären maximal 800 Millionen Euro möglich.

Eine solche Summe werde aber nicht einem Betrieb allein gewährt. Außerdem müsse auch das Unternehmen selbst seinen Finanzierungsbeitrag leisten, betonte der Minister. Nach seinen Angaben will Genting in den kommenden zehn Jahren in MV 23 Schiffe bauen lassen.

Wie Glawe, würdigte auch Zypries das Engagement des Genting-Konzerns im deutschen Schiffbau. „Wir finden es auch in Berlin gut, dass damit in MV Arbeitsplätze erhalten und neu geschaffen werden, nicht nur im Schiffbau, sondern auch bei vielen Zulieferern und Ausstattern entlang der ganzen Wertschöpfungskette“, sagte die Bundesministerin. Der Markt für Kreuzfahrtschiffe hat sich prächtig entwickelt“, sagte Zypries. Davon profitierten nun auch die Schiffbauer im Nordosten.

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