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Nordwestmecklenburg : Der Beweis: Bio geht auch groß

vom

Das Gut Gallin gehört zu den 20 größten Biobetrieben bundesweit. Gallin beweise, dass Bio auch groß geht. Was nötig ist, denn die deutschen Bauern decken die Bio-Nachfrage nur zur Hälfte, wie aus einer Studie hervorging.

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erstellt am 07.Feb.2012 | 12:06 Uhr

Gallin | Jens Rasim ist ein moderner Gutsherr im besten Sinne: Das Gut Gallin in Nordwestmecklenburg gehört zu den 20 größten Biobetrieben bundesweit. "Warum soll Bio nur von Kleinbauern kommen?", fragt der schwergewichtige Mittvierziger. Gallin beweise seit zwei Jahrzehnten, dass Bio auch groß geht. Was nötig ist, denn die deutschen Bauern decken die Bio-Nachfrage nur etwa zur Hälfte, wie 2011 aus einer Studie des Münchner Ifo-Instituts für Wirtschaftsforschung hervorging. Besonders Gemüse, Getreide, Kartoffeln und Eier werden importiert.

Der Mehrspartenbetrieb in Gallin bewirtschaftet mit zwölf Mitarbeitern 1050 Hektar. Sie halten 350 Fleischrinder und 140 Schweine, betreiben eine Schlachterei mit Hofladen und Gaststätte. Auf den Feldern wachsen Weizen, Roggen und Hafer. Ein Kooperationspartner zieht auf 130 Hektar der Gutsfläche Biogemüse. Seit 1992 ist der Betrieb Mitglied im Anbauverband Biopark. Diplom-Agraringenieur Rasim stieg nach dem Studium 1995 ein. Zehn Jahre später kauften er und seine Frau Peggy das Gut. Rasim: "Ich empfinde mich als den normalen Bauern. Wer seine Tiere mit Antibiotika und genverändertem Futter füttert, ist doch verrückt." Er erntet im Schnitt 30 Dezitonnen Getreide je Hektar. "Das sind 45 Prozent des Ertragsniveaus der konventionellen Landwirte."

Gründe für den Öko-Landbau, sagt Rasim, seien für ihn zu 80 Prozent Überzeugung und zu 20 Prozent, dass man damit Geld verdienen kann. Aber: "Als Bio-Bauer muss man was können." Manche würden den Anbau nicht hinkriegen, andere die Vermarktung. Gut Gallin hat die Milchkuhhaltung aufgegeben, "weil wir die nicht in den Griff gekriegt haben. Die Futterkosten waren zu hoch, die Preise für die Milch zu gering", erinnert sich der Landwirt. Umso besser läuft jetzt die unter seiner Regie erweiterte Fleischerei.

Das Gut Gallin liegt genau im Trend der Agrarpolitik im Land: Bäuerlich geprägt, wie sich Agrarminister Till Backhaus (SPD) die Landwirtschaft wünscht. Mit einer Tierhaltung, deren Größe der bewirtschafteten Fläche entspricht. Und obendrein noch Bio.


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