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Psychische Erkrankungen : Depressionen häufiger Ursache für Krankschreibungen

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In MV verursachte Depression 2013 im Schnitt einen Fehltag bei jedem Versicherten, mehr als doppelt so viel wie 2006.

svz.de von
erstellt am 28.Jan.2015 | 22:03 Uhr

Mecklenburg-Vorpommern ist nach Schleswig-Holstein das Flächenland mit den meisten Fehltagen in Unternehmen aufgrund von Depressionen der Mitarbeiter. Auf gleichem Niveau liegen Nordrhein-Westfalen, Brandenburg, das Saarland und Bremen.

Bundesweit steigt einer Studie zufolge die Zahl der Menschen mit diagnostizierten Depressionen seit Jahren stetig an. Von 2000 bis 2013 nahm demnach der Anteil der Erwerbspersonen, die Antidepressiva verschrieben bekamen, um ein Drittel auf sechs Prozent zu. Die Fehlzeiten wegen Depressionen stiegen um fast 70 Prozent. Dies geht aus dem sogenannten Depressionsatlas hervor, den die Techniker Krankenkasse (TK) am Mittwoch in Berlin vorstellte.

In Mecklenburg-Vorpommern entfielen im Jahr 2006 noch 0,4 Fehltage je Erwerbsperson auf Depressionen, 2013 waren es 1,1. Schleswig-Holstein hat 1,3 depressionsbedingte Fehltage, Hamburg liegt mit 1,4 Fehltagen an der Spitze. Die wenigsten Ausfälle wegen Depressionen hat Baden-Württemberg mit 0,89 Tagen. Frauen waren der Studie zufolge häufiger betroffen als Männer. Antidepressiva werden der Studie zufolge im Osten weitaus seltener verschrieben als in den alten Bundesländern.   Innerhalb Mecklenburg-Vorpommerns gab es die meisten Fehlzeiten im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte mit 1,3 Tagen. Geringer belastet waren Rostock, Schwerin und der Landkreis Nordwestmecklenburg mit durchschnittlich 0,9 depressionsbedingten Fehltagen. Damit entspricht der Nordosten nicht dem bundesweiten Trend, wonach Depressionen auf dem Lande seltener sind als in den Städten.

Depressionen gehören der TK zufolge zu den häufigsten psychischen Erkrankungen. Betroffene litten unter einer anhaltenden tiefen Gemütskrankheit, aus der sie sich in der Regel nicht mehr selbst befreien könnten. Dauerhafte Schwermütigkeit, Antriebslosigkeit und schlechter Schlaf könnten auf eine Depression hindeuten.„Viele Betroffene scheuen sich, den Arzt auf ihre Probleme anzusprechen“, sagte der Leiter der TK-Landesvertretung Mecklenburg-Vorpommern, Volker Möws. Das sei ein Fehler, denn psychisches Leid sei eine Krankheit wie jede andere auch.

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