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Unterwasserarchäologie : Denkmalschutz unter Wasser

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Wie Unterwasserfunde geschützt werden, weiß Martin Siegel von der Gesellschaft für Schiffsarchäologie

Ab heute werden 12 Teilnehmer in der Unterwasserarchäologie in Rostock fortgebildet. Es gehe nicht um Schatzsuche, sondern um die Erfassung, Dokumentation und den Schutz von historischen Funden in der Ostsee, Flüssen und Seen, erläutert Martin Siegel von der Gesellschaft für Schiffsarchäologie im Gespräch mit Michael Fengler.

Was macht die Gesellschaft für Schiffsarchäologie?

Siegel: Wir untersuchen für das Landesamt für Kultur- und Denkmalpflege archäologische Fundplätze unter Wasser. Der Name „Gesellschaft für Schiffsarchäologie“ schränkt den Begriff für Unterwasserarchäologie ein bisschen ein. Unser Hauptgebiet ist sicherlich die Ostsee. Wir untersuchen aber auch slawische Siedlungsplätze in Binnenseen oder einen Kampfplatz in der Warnow.

Sie betreiben keine Schatzsuche?

Gegen Schatzsuche verwahren wir uns. Das Seminar ist eine ganz klare Abgrenzung gegen Schatztaucher. Es gibt Leute, die an Fundplätze gehen und nach Gegenständen suchen. Das beklagen wir seit vielen Jahren. Diese Orte werden durch Eingriffe zerstört und damit auch Zusammenhänge. Da geht nicht nur der materielle, sondern auch der wissenschaftliche Wert verloren.

Ihr Seminar soll beim Denkmalschutz unter Wasser helfen?

Unsere Aufgabe ist die Erfassung, Dokumentation und insbesondere auch der Schutz und die Sicherung von Fundorten und Funden. Die Leute sollen erkennen, wie fragil die Objekte unter Wasser sind, was ein Denkmal ausmacht. Wir vermitteln auch Kenntnisse zum Denkmalschutz, und sie sollen lernen, wie man bei einem Erstfund eine richtige Meldung mit Beschreibung, Lage des Objekts und dem Fundort macht.

Warum ist das so wichtig?

Die Unterwasserarchäologie ist enorm wichtig, weil Objekte unter Wasser und damit unter Luftabschluss besonders gut konserviert werden. Zum Beispiel organisches Material, das sich im Trockenen so gar nicht halten würde. Da kann es in der feuchten Archäologie vorkommen, dass wir sogar Essensreste oder auch tausende Jahre altes Brot finden.

Wie läuft das Seminar für die historisch interessierten Taucher ab?

Nach drei Tagen Theorie geht es raus an zwei echte Fundplätze in der Warnemünder Bucht. Das ist zum einen ein über 100 Jahre alter Schlepper. Da hat man ein kompaktes Wrack, das die Teilnehmer aufnehmen können, und wir haben noch historische Hafenanlagen, die wir vermessen werden.

Welche Funde sind Ihnen besonders in Erinnerung?

Besonders schöne Funde unter Wasser müssen auch besonders geschützt werden. Details will ich nicht nennen. Aber es kommen immer wieder mal gut erhaltene Bronzegefäße zutage oder auch das Kupferschiff – ein Wrack voll mit Kupferplatten vor Rügen.

 

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