Neubrandenburg : Denkmal enthüllt

Die Skulptur „Die Trauernde“ schuf der Rostocker Bildhauer Wolfgang Friedrich.
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Die Skulptur „Die Trauernde“ schuf der Rostocker Bildhauer Wolfgang Friedrich.

„Die Trauernde“ erinnert an NS-Zwangsarbeiterinnen

svz.de von
17. April 2015, 20:00 Uhr

Tausende Zwangsarbeiterinnen aus dem Konzentrationslager Ravensbrück in Brandenburg haben jetzt einen Gedenkort in Neubrandenburg in Mecklenburg-Vorpommern. Die Präsidentin des Internationalen Ravensbrück Komitees Annette Chalut enthüllte gestern vor rund 150 Gästen die Skulptur „Die Trauernde“, die an rund 6200 Frauen erinnert, die während des Zweiten Weltkrieges in Außenlagern in Neubrandenburg gefangen waren und in Rüstungsfirmen arbeiten mussten. Die Enthüllung nahm Chalut mit den Präsidentinnen der Landtage Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern, Britta Stark (SPD) und Sylvia Bretschneider (SPD), vor.

Die Skulptur des Rostocker Bildhauers Wolfgang Friedrich zeigt eine abgemagerte und sich mühsam abstützende Frau auf einem abfallenden Steinsockel.

In Neubrandenburg waren vor allem Frauen aus Frankreich, der Sowjetunion und Polen eingesperrt. Viele Polinnen seien nach dem niedergeschlagenen Aufstand in Warschau verhaftet und nach Ravensbrück deportiert worden, erklärte die 90 Jahre alte Französin Chalut. „Diese Verbrechen der Nazis dürfen nie in Vergessenheit geraten“, sagte Bretschneider. Man müsse aus den Verfehlungen vorangegangener Generationen lernen. Es sei aber erschreckend, dass die Zahl derer wachse, die das alles leugneten, sagte die Landtagspräsidentin.

Neubrandenburg liegt rund 50 Kilometer nördlich von Ravensbrück. Die Stadt gilt als einer der größten Standorte für Zwangsarbeiter in der NS-Rüstungsindustrie in Norddeutschland, sagte die Initiatorin des Gedenkortes, Sieglinde Scheel vom Demokratischen Frauenbund. Bei damals rund 24 000 Einwohnern hatte Neubrandenburg zeitweise bis zu 32 000 Zwangsarbeiter.

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