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Raupen machen Bäume im Nordosten krank : Den Eichen geht es immer schlechter

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Den Eichen in MV geht es schlecht. Der gestern vorgestellte Waldschadensbericht für 2012 beklagt vor allem erhöhte Fraßschäden durch Raupen des Frostspanners und anderer Schmetterlingsarten.

svz.de von
erstellt am 27.Feb.2013 | 10:26 Uhr

Schwerin | Den Eichen in Mecklenburg-Vorpommern geht es immer schlechter. Vor allem Frostspanner, Eichenwickler und Eichenprozessionsspinner machen den knorrigen Bäumen das Leben schwer. Mehr als ein Drittel der Eichen sind vom Blattfraß der Raupen und Schmetterlinge inzwischen stark geschädigt. Keiner anderen Baumart ist es im Nordosten in den vergangenen Jahren ähnlich übel ergangen.

Fast jeder zehnte Baum in Mecklenburg-Vorpommerns Wäldern ist eine Eiche. Besonders jene, die über 60 Jahre alt sind, haben unter den vielen Schädlingen zu leiden, so der neueste Waldzustandsbericht, den Landwirtschaftsminister Till Backhaus (SPD) gestern vorstellte. Gegen den Eichenprozessionsspinner, dessen Raupen auch bei Menschen juckende Hautreaktionen verursachen können und der sich vor allem entlang der Alleen immer weiter übers Land ausgebreitet hat , sollen die Forstämter nun ein neues naturverträgliches Schädlingsmittel einsetzen.

Backhaus allerdings "glaubt an die Eiche", und will ihr mehr Raum in den heimischen Wäldern geben. In 100 Jahren sollen doppelt so viele Eichen wie heute in Mecklenburg-Vorpommern stehen, heißt es aus der Forstabteilung seines Ministeriums, wo - wie bei Förstern üblich - in großen Zeiträumen geplant wird. Zwar sind viele Eichen geschädigt, vom Tode bedroht sind sie deshalb nicht. Auch nach mehrjährigem Kahlfraß sterben Eichen in der der Regel nicht ab, so ein Forstexperte. Allerdings sind sie anfälliger gegenüber zusätzlichen Stressfaktoren. Den Eichen kann das Leben erleichtert werden, indem mehr Exemplare anderer Laubbaumarten in ihrer Nähe angesiedelt werden. So können Schädlinge nicht so leicht von Eiche zu Eiche wandern.

Insgesamt sind die Wälder in Mecklenburg-Vorpommern 2012 allerdings in einem besseren Zustand gewesen als ein Jahr zuvor. Der Anteil der ungeschädigten Bäume stieg auf knapp 36 Prozent. Das waren fünf Prozentpunkte mehr als 2011. 47 Prozent wurden als schwach, 17 Prozent als stark geschädigt eingestuft. Dabei erwies sich die Kiefer, die am weitesten verbreitete Baumart in MV, weiterhin als "sehr robust", so Backhaus. Zufrieden ist Backhaus auch mit dem Zustand der Buchen, den wichtigsten Laubbäumen in Mecklenburg-Vorpommern. Vor allem Buchen werden zunehmend eingesetzt, um aus reinen Nadelwäldern Schritt für Schritt Mischwälder zu machen. Neben den Schädlingen machen den Bäumen weiterhin Schadstoffe in der Luft und im Boden zu schaffen. Besonders der Dünger aus der Landwirtschaft ist daran schuld. Aber auch der viele Regen im vergangenen Sommer hat manchen Bäumen geschadet. Die Böden waren zu nass, teilweise standen die Bäume in riesigen Lachen. "1228 Hektar Wald sind regelrecht ertrunken", so Backhaus.

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