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Filmkunstfest: Auszeichnung für "Kriegerin" : Demokratiepreis für Neonazi-Drama

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Zwei Preise sind neu im Auszeichnungs-Portfolio des Filmkunstfestes MV. Die Initiative "Wir - Erfolg braucht Vielfalt" und die Filmland-Gesellschaft zeichnen den in MV gedrehten Film "Kriegerin" aus.

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erstellt am 25.Apr.2012 | 09:40 Uhr

Schwerin | Zwei Preise sind neu im Auszeichnungs-Portfolio des Filmkunstfestes MV, das in der nächsten Woche in Schwerin stattfindet. Brandneu ist ein Preis für die beste schauspielerische Leistung, ebenso der "Vielfaltspreis", den die Initiative "Wir - Erfolg braucht Vielfalt e. V." auf Vorschlag der Filmland-Gesellschaft vergibt. Im Premieren-Jahr geht dieser neue "Vielfaltspreis" an Regisseur David Wnendt für seinen teilweise in Mecklenburg-Vorpommern gedrehten Film "Kriegerin".

"Es ist ein Preis, der das Engagement von Filmemachern für eine freie, demokratische und weltoffene Gesellschaft würdigt", betonte Torsten Jahn, Geschäftsführer des Filmkunstfestes MV. Die von Bildhauer Nando Kallweit gestaltete Skulptur stehe mit ihrem Mix aus verschiedensten Materialien "für die Unterschiedlichkeit von uns Menschen", wie Landtagsvizepräsidentin Silke Gajek (Bündnis90/Die Grünen) erklärte.

Nando Kallweit selbst sagte, der Material-Mix der Plastik stehe auch dafür, dass jeder Einzelne etwas dazu beitragen könne und müsse, wenn eine Gesellschaft sich gegen nichtdemokratische Parteien verteidigen wolle.

In "Kriegerin" erzählt Regisseur und Drehbuchautor David Wnendt die Geschichte von Marisa (Alina Levshin), einer jungen, fest in der Neonazi-Szene verorteten Frau. Hass auf alles Fremde bestimmt ihr Leben, Gewalt gehört dazu, "bis die nähere Begegnung mit einem Fremden sie zum Nachdenken bringt", wie Filmfest-Geschäftsführer Jahn sagte. Wnendts Film sei deutschlandweit mit viel Beachtung aufgenommen worden und habe schon mehrere Auszeichnungen erhalten.

Verliehen wird der neue "Vielfaltspreis" am 1. Mai, während der Eröffnungs-Gala des Filmkunstfestes. Die neue Auszeichnung passe hervorragend zum Filmkunstfest, betonte Jahn: "Sie steht ganz bewusst außerhalb des normalen Preisgefüges. Das Filmkunstfest ist ein Fest des Diskurses." Der Preis ehre nicht nur die Filmemacher, sondern auch "unser Festival als offene Plattform zur Diskussion gesellschaftlicher Werte", so Jahn. Auch wenn der "Vielfaltspreis" undotiert sei, habe er doch einen bedeutenden Wert für die Filmemacher, denn "Kriegerin" werde bei "Filmkunstfest on tour" in Kirchen und öffentlichen Räumen gezeigt werden. Der Regierungsbeauftragte der evangelischen Kirchen in MV, Markus Wichert, betonte: "Wir brauchen Orte, um über diese Themen konkret ins Gespräch zu kommen."

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