Landesflüchtlingsrat MV : Demo für Integration

1 von 4

Rund 300 Menschen haben am Samstag in Güstrow für eine positive Willkommenskultur und eine bessere Integration von Asylbewerbern demonstriert.

svz.de von
06. Dezember 2014, 15:08 Uhr

Über 300 Teilnehmer aus ganz Mecklenburg-Vorpommern vereinten sich Sonnabend  Nachmittag in Güstrow zu einer landesweiten Demonstration für das Asylrecht und für eine gute Willkommenskultur beim Empfang der  Flüchtlinge. Aufgerufen dazu hatte der „Ratschlag der Bündnisse“, ein Zusammenschluss von Initiativen und Organisationen in MV, die sich für demokratische Kultur und gegen Rechtsextremismus engagieren.  Mit Transparenten und lautstarken Sprechchören wie „Menschen sind nicht illegal“ zogen die Demonstranten, begleitet von Polizeifahrzeugen, durch die Güstrower Innenstadt bis hin  in die Güstrower Südstadt zum dort neu eröffneten Asylbewerberheim. Dort fand ebenfalls eine Kundgebung statt.

 

Parallel zu der vom Ratschlag MV organisierten Demonstration marschierten auch etwa 70 Anhänger der rechten Szene durch Güstrow. Sie skandierten ausländerfeindliche Parolen, wollten sich aber auf Nachfrage nicht zu den Zielen ihrer Aktion äußern. „Wir reden nicht mit der Presse. Aus, Ende“, sagte einer der Organisatoren. Viele der Teilnehmer trugen Kleidung, die typisch für die rechte Szene sind. Aufgerufen zu dem „Spaziergang durch Güstrow“ hatte im Internet eine Vereinigung Rostock gegen die Islamisierung des Abendlandes „Rogida“. Drei Teilnehmer erhoben hier die Hand zum Hitlergruß, drei weitere verstießen gegen Versammlungsauflagen. Es wurden Ermittlungsverfahren eingeleitet.

Die Polizei war mit einem Großaufgebot von 160 Beamten im Einsatz und sorgte so bis zum Nachmittag dafür, dass beide Gruppen sich nicht begegneten. Den Protestzügen waren zuvor Routen in unterschiedlichen Stadtgebieten zugewiesen worden.

Zu Beginn der Demo des demokratsichen Bündnisses hatte ein ehemaliger Flüchtling aus der Türkei dagegegen protestiert, dass auch die Nazis heute die Gelegenheit haben, zu demonstrieren und dass dies die Behörden genehmigt hatten.

„Seit Monaten machen Rechtsextremisten gerade in Güstrow immer wieder mobil, um gegen die Aufnahme von Flüchtlingen Front zu machen. Wir zeigen, dass sie in der Minderheit sind und sich die große Mehrheit für eine menschenwürdige Unterbringung der Flüchtlinge und deren Integration einsetzt“. Das sagte Ulrike Seemann-Katz vom Landesflüchtlingsrat.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen