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Rostock: Caren Mahn erfolgreichste Olympiateilnehmerin 1980 in Moskau : Dem nassen Element treu geblieben

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Caren Mahn, früher und heute für markante Sprüche bekannt, gab folgendes Statement ab: "Das war für mich als Nummer drei der DDR in dieser Disziplin eher ein positiver Betriebsunfall."

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erstellt am 27.Sep.2013 | 01:13 Uhr

Rostock | Olympische Spiele Moskau 1980, Endlauf über 100 Meter Schmetterling. Drei junge Damen stehen auf den Startblöcken: Die gebürtige Schwerinerin Andrea Pollack, Christiane Knacke vom SC Dynamo Berlin und Caren Metschuck vom SC Empor Rostock. Startschuss. Mit schnellen "Schlägen" geht es im Schwimmbad des Luschniki-Sportparks fünfzig Meter hin und zurück. 1:00,42 Minuten werden für Platz eins, die Goldmedaille angezeigt. Und die gehört dem damals 16-jährigen Mädel von der Ostseeküste. Heute feiert Caren Metschuck, verheiratete Mahn, ihren 50. Geburtstag.

Caren Mahn, früher und heute für markante Sprüche bekannt, gab folgendes Statement ab: "Das war für mich als Nummer drei der DDR in dieser Disziplin eher ein positiver Betriebsunfall." Eigentlich wollte sie über 100 m Freistil auf dem obersten Podest stehen, doch im Moskauer Endlauf hatte die Berlinerin Barbara Krause die Hand zuerst am Beckenrand. "Nur" Silber in der persönlichen Bestzeit von 55,15 Sekunden für den Schützling von Trainer Gernot Schweingel. Mit zusätzlich Gold in der Lagen- und Freistilstaffel, in Letzterer kam die Rostockerin Sabrina Hülsenbeck ebenfalls zum Einsatz, in jeweils Weltrekordzeit, avancierte die Hansestädterin zur erfolg reichsten Olympiateilnehmerin.

Begonnen hatte sie ihre Laufbahn mit acht Jahren im Trainingszentrum des Fischkombinates, das sie bald in den SC Empor delegierte. Ein richtiger Schritt, zumal sie als Zwölfjährige bereits sieben Goldene bei der Kinder- und Jugendspartakiade erschwamm. Die Nationaltrainer wurden auf das Mädel von der Ostseeküste aufmerksam, nominierten die damals 14-Jährige 1978 für die Weltmeisterschaft. Caren rechtfertigte das

Vertrauen, trug ihren Teil zu Silber in der Freistilstaffel bei.

1982 nach den Weltmeisterschaften in Ekuador und Gold erneut in der Staffel, hängte sie den Badeanzug für immer an den berühmten Nagel. Auch hier hatte sie einen Spruch parat: "Ich wollte nicht als Schwimm-Oma in die Geschichte eingehen." Zu damaliger Zeit wurden in Ost und West die Höchstleistungen im Alter zwischen 14 und 18 Jahren erbracht. Abitur sowie Studium in Sport und Biologie folgten. 1990 wurde die Rostockerin in die Hall of Fame des internationalen Schwimmsports in Fort Lauderdale (USA) aufgenommen.

Der heimliche Wunsch, als Trainerin zu arbeiten, sollte sich erst zur Jahreswende 2000 mit der Ablegung der A-Lizenz erfüllen. Caren Mahn hatte zuvor den Schwimmclub Empor Rostock 2000 gegründet. Ihr jahrelanger Verein, der Sportclub Empor, war ein Jahr zuvor in die Insolvenz gegangen. Mit Engagement entwickelte die Ex-Greifswalderin, die zudem 1981 dreifache Europameisterin wurde, den "neuen" Empor und war von 2004 bis 2009 als Landestrainerin angestellt.

Thomas Rupprath, 77-facher nationaler Meister und mit 58 internationalen Medaillen dekoriert, war Mahns bekanntester Schützling. Der mehrfache Olympiateilnehmer sagte über seine Trainerin: "Sie war ein harter Hund. Sie konnte mir auch mal in den Ar... treten, schließlich war sie Olympiasiegerin." Den "Ruppi" führte Caren Mahn 2007 zu WM-Silber und ein Jahr später zu dessen dritten Olympia-Teilnahme.

Heute arbeitet die dreifache Olympiasiegerin in Güstrow im Schuldienst. Der Landes-Schwimmverband hatte ihr vor vier Jahren den Kontrakt gekündigt: "Was Besseres hätte mir gar nicht passieren können. Die Zeit jetzt als Lehrerin gibt mir viel. Ich habe in Güstrow tolle Kollegen. Meine Arbeit wird geachtet.

Wir können uns alle in die Augen sehen." Dem nassen Element ist sie aber treu geblieben. Einmal in der Woche steht sie in der "Oase" am Beckenrand.

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