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Vom Autoverkäufer zum Bauchredner : Dem Affen Zucker geben

vom
Aus der Onlineredaktion

Benjamin Tomkins hat in fünf Jahren sein Leben umgekrempelt – nun hat er auch ein Buch veröffentlicht

svz.de von
erstellt am 24.Okt.2017 | 12:00 Uhr

„Ich bin nie in Urlaub gefahren, ich bin immer gleich ausgewandert“, sagt der Comedian und „Puppenflüsterer“ Benjamin Tomkins. Er war längere Zeit in Amerika, Kenia, Spanien. Seit vorigem Jahr nun auf Poel. Während andere auf der westmecklenburgischen Ostseeinsel Ferien machen, hat er sich dort gleich ganz niedergelassen. Raus aus Berlin. „Ich wollte ans Wasser“, sagt der 52-jährige Österreicher, der in Kiel aufwuchs. Dabei hatte er vor Poel schon mal Schiffbruch erlitten, kurz nach dem Mauerfall.

Fischer retteten damals die in Seenot geratenen Segler, brachten sie ein paar Tage unter, reparierten das Boot. In diesem Sommer gab Tomkins, der von sich sagt: „Ich bin ja nicht berühmt, nur minder bekannt“, auf Poel eine Benefizgala zugunsten der Seenotrettung. Damals, vor fast drei Jahrzehnten, dachte er noch nicht mal im Traum daran, auf der Bühne zu stehen und Leute zu unterhalten. Obwohl – „reden konnte ich schon immer“, sagt Tomkins, der bis vor wenigen Jahren als Selbstständiger Autos verkaufte und als Messeveranstalter arbeitete. Heute füllt er große Säle, und auf der Frankfurter Buchmesse stellte er gerade sein erstes Buch vor: „King Kong und die weiße Barbie“. Der Erzählband musste sein: Er habe mehr Geschichten im Kopf als er in seinen Bühnenprogrammen unterbringen könnte, sagt er. Die mussten aufgeschrieben werden.

Sein Talent als Bauchredner entdeckte Tomkins erst vor knapp sechs Jahren, beim weihnachtlichen Fernsehen in Familie in Österreich. Er ersteigerte im Internet eine Puppe, übte das mimikfreie Sprechen mit dem Bauch und zeigte sein Können auf einer Geburtstagsparty. Freunde meldeten ihn zu einem Kleinkunstfestival an, das er auf Anhieb gewann. Der Preis war ein Theaterabend. Dort merkte er, dass er mit seinem Humor auch ohne Puppe ankam. Er verkaufte seine Firma und zog nach Berlin.

Auf der Bühne steht Benjamin Amir Tomkins – so lautet sein Geburtsname – heute allein oder mit verschiedenen Figuren wie dem Alten Sack, King Kong oder dem Schimpansen Knut, quasi der Autor seines Buches. Diesem Knut erzählt Tomkins sein Leben. „Aber Knut denkt, mein Leben ist zu langweilig und würzt nach“, sagt er. Die 20 Geschichten in dem Band sind aus dem Alltag gegriffen. „Alle haben einen wahren Hintergrund“, sagt er. Bei seinen Auftritten liest Tomkins manche der Geschichten an, legt das Buch dann weg und erzählt mit Händen und Füßen weiter. Politisch sind die Programme nicht. „Politik finde ich nicht witzig“, sagt er.´

Benjamin Tomkins: „King Kong und die weiße Barbie“, Heel Verlag, 14,99 Euro, ISBN: 978-3-95843-568-1

 

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