Gesundheitsschäden : DDR-Verfolgte erhalten kaum Entschädigung

Ehemalige politische Häftlinge der DDR bekommen kaum Entschädigung für ihre verfolgungsbedingten Gesundheitsschäden. Das geht aus dem Jahresbericht der Landesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen hervor.

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11. Januar 2013, 10:54 Uhr

Schwerin | Ehemalige politische Häftlinge der DDR bekommen nach einem Bericht des NDR kaum Entschädigung für ihre verfolgungsbedingten Gesundheitsschäden. Das geht aus dem Jahresbericht der Landesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen, Marita Pagels-Heineking, hervor. Von rund 900 Entschädigungsanträgen hätten die Versorgungsämter im Land nur 100 bewilligt. Diese Quote von elf Prozent sei viel zu niedrig, kritisierte die Stasi-Unterlagenbeauftragte. Nicht immer seien Gutachter ausreichend qualifiziert, um das Leid der Antragsteller bewerten zu können. So müssten sie Kenntnisse der Repressionspraktiken in der sowjetischen Besatzungszone und der DDR haben. Zudem sei den Antragstellern nicht zuzumuten, in der normalen Psychiatrie begutachtet zu werden - mit Gittern vor dem Fenster oder mit Türen, die von innen nicht zu öffnen seien. Ihre Behörde biete bei offenen Fragen auch den Gutachtern Hilfe an, sagte Pagels-Heineking. Noch Jahrzehnte nach Verfolgung und Gefängnis kämpften die ehemaligen politischen Häftlinge mit den Folgen. Oft seien sie psychisch belastet und stark traumatisiert. Pagels-Heineking forderte eine Umkehr der Beweislast. Die Antragsteller müssten ihre Gesundheitsschäden einfach glaubhaft machen können.

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