Historische Schiffe : DDR-Staatsjacht vor Verkauf

Die ehemalige Staatsjacht der DDR „A.Köbis“ heute „Vineta“ ist etwa 34 000 Euro wert.
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Die ehemalige Staatsjacht der DDR „A.Köbis“ heute „Vineta“ ist etwa 34 000 Euro wert.

Ein Hauch von Geschichte: Ehemaliges Amtszimmer auf See, die „A. Köbis“, wird versteigert

svz.de von
22. November 2014, 15:59 Uhr

Das maritime Interieur ist gepflegt, der Maschinenraum atmet Geschichte:  Am Kauf der früheren DDR-Staatsjacht „A. Köbis“ aus der Insolvenzmasse der P+S-Werften gibt es offenbar großes Interesse. Bislang hätten mehr als 100 Interessenten das Exposé über das traditionsreiche Schiff angefordert, sagte Kai Rocholl von der Norddeutschen Grundstücksauktionen AG (NDGA) gestern.

Rund ein Dutzend Interessenten hätten das 1974 erbaute Schiff besichtigt, darunter Vertreter von Unternehmen, die die Jacht als Konferenzschiff nutzen wollen. Das 36 Meter lange Schiff, das ab 1998 der Hegemann-Gruppe gehörte, soll am 7. Dezember versteigert werden. Das Mindestgebot liegt bei 34 000 Euro. Die Insolvenzverwaltung sei verpflichtet, einen Vermögenswert der insolventen Werften bestmöglich zu verwerten, begründete Hans-Jürgen Hergert von der Insolvenzverwaltung Brinkmann & Partner die Auktion.

Ein fünf Jahre altes Gutachten schätzt den Wert auf etwas mehr als 200 000 Euro. Zuletzt stach das Schiff im September 2013 in See, als sich eine tatarische Holding für den Kauf der P+S-Werft interessierten. Seitdem liegt das Schiff an Land.

Die „A. Köbis“ war eine von vier DDR-Staatsjachten, auf der Mitglieder des Ministerrates bis 1989 auf Berliner Gewässern in lockerer Atmosphäre Gespräche mit Staatsgästen führten und Verträge abschlossen. Es galt als eine Art „Amtszimmer auf See“. Ob DDR-Staatschef Erich Honecker das Schiff nutzte, ist nicht belegt. Der damalige Werfteneigner Detlef Hegemann hatte das Schiff für 1,5 Millionen  D-Mark (750 000 Euro) überholen lassen.

Als Fahrgastschiff war die Jacht nie in Betrieb, sondern immer der Wirtschafts- und Politprominenz für entspannte „Get Togethers“ vorbehalten. Auch heute sind die Nutzungsmöglichkeiten beschränkt: Als Fahrgastschiff könnte es nur nach großen Umbauten genutzt werden. Zudem ist es nicht hochseefähig.

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