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Raumfahrerlegende in Wismar zu Gast : DDR-Kosmonauten flogen die Herzen zu

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Es war noch nicht die offizielle Begrüßung doch als Sigmund Jähn um die Ecke schaute, dröhnte ihm tobender Applaus entgegen. Der 76-jährige Kosmonaut hielt im Wismarer Phantechnikum einen gut besuchten Vortrag.

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erstellt am 05.Apr.2013 | 06:11 Uhr

Wismar | Es war noch längst nicht die offizielle Begrüßung vor Publikum in der vollbesetzten Lufthalle des Wismarer Phantechnikums und noch mindestes 25 Minuten Zeit bis der Vortrag begann. Doch als Sigmund Jähn schon mal um die Ecke schaute, dröhnte ihm ein tobender Applaus entgegen. Der heute 76-jährige Kosmonaut, Physiker, Wissenschaftler und Kenner der Weltraumfahrt erhielt diesen Sympathiebonus allein aufgrund seiner allgemeinen Beliebtheit. Als "herzerwärmend, klug und überhaupt nicht abgehoben" bezeichnete Phantechnikum-Chefin und Projektleiterin Leiterin Dr. Kathrin Möller ihre persönliche Bekanntschaft und ganz besondere Begegnung mit dem legendären Raumfahrer. Die junge Pressesprecherin Steffi Höter fand gar, dass er "ein toller Opi ist, einfach zum knuddeln". Das mögen wohl die jüngsten der Besucher so gesehen haben, die dem Vortrag der Raumfahrerlegende ebenso interessiert folgten, wie die Erwachsenen.

Seinen interessant bebilderten Vortrag begann Jähn schon mit den erlebten Vorbereitungen bis zu jenem 26. August 1978. Das Datum machte ihn als ersten Deutschen und damals noch DDR-Bürger, berühmt. Gemeinsam mit seinem russischen Kollegen Waleri Bykowski, hielt er sich mehr als sieben Tage im Orbit auf. Pointenreich und oftmals amüsant ließ er die mehr als 300 Besucher teilhaben an der Entwicklung der Raumfahrt, seiner Ausbildung als Kosmonaut in so genannten Sternen Städtchen der einstigen Sowjetunion. Natürlich berichtete er ebenso über das Erlebte im Orbit und die Tücken der Schwerelosigkeit. Bei den Besonderheiten im All verwies Jähn auch auf die Leichtigkeit des eigenen Körper in Hinblick auf den täglichen WC-Ggang: "Schwerelosigkeit ist schön, aber heimtückisch", ließ der Kosmonaut im Ruhestand seine Zuhörer wissen.

Am Ende bewies er einmal mehr seine herzensgutmütige Geduld, um wirklich jeden Autogramm- und manchmal auch Fotowunsch zu erfüllen. Er signierte ohne Müde zu werden Eintrittskarten, die verschiedensten Bücher und sogar historische Zeitungsausschnitte von jenem legendären Raumflug. Da blieb dann am recht spät gewordenen Abend nicht mehr viel Zeit für einen ganz privaten Ausstellungsrundgang. Natürlich hatte es ihm der Bereich der Entwicklung der Luftfahrt in Mecklenburg und speziell die so genannte Raketen-Ecke in der Lufthalle angetan.

Dass die deutsche Astronauten-Berühmtheit überhaupt in das Phantechnikum nach Wismar angereist kam, übrigens im Privatwagen ohne Fahrer, ist einem ungewöhnlichen Zufall geschuldet. "Wir haben Herrn Jähn in Würzburg im Intercity getroffen und er saß versehentlich auf unseren reservierten Plätzen", schilderte Dr. Kathrin Möller die erste Begegnung. Daraus ergab sich nach dem ersten netten Gespräch im Zug die Einladung nach Wismar.

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