DDR, Barlach, Romantik: Ostern im Zeichen der Kunst

<fettakgl>'Zurück in die Moderne': </fettakgl>Ursula Rzodezckos 'Schlafende' von  1988 ist derzeit im Schloss Güstrow zu sehen. <repro>Staatliches Museum</repro>
"Zurück in die Moderne": Ursula Rzodezckos "Schlafende" von 1988 ist derzeit im Schloss Güstrow zu sehen. Staatliches Museum

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28. März 2013, 11:00 Uhr

Schwerin | Das Osterfest ist für die Tourismusbranche der erste Saison-Höhepunkt des Jahres. "Falls Petrus nicht mitspielt, wird Ostern notfalls auch mit Schal, Handschuhen und Mütze schön. Es lohnt sich das ganze Jahr Mecklenburg-Vorpommern zu besuchen", trommelte der Minister für Wirtschaft, Bau und - in diesem Fall besonders - für Tourismus, Harry Glawe, gestern in Schwerin.

Die Museen im Land zeigen auch zu Ostern, dass man gar nicht frieren muss, um in MV einen schönen Tag zu verbringen. Und in den meisten Häusern muss sogar die eigentlich geheiligte Schließung am Montag dem Osterprogramm weichen. "Ostermontag ist geöffnet", sagt Heidemarie Otto, Sprecherin des Staatlichen Museums Schwerin, zu dem auch das Schlossmuseum und die Dependancen in Ludwigslust und Güstrow gehören. Im Schloss Güstrow ist derzeit die Sonderausstellung "Zurück in die Moderne. Malerei aus Dresden" mit Werken aus der bedeutenden Sammlung von DDR-Kunst des Staatlichen Museums zu sehen. Für Besucher, die sich für den Hintergrund des Osterfestes interessieren, gibt es am Ostersonnabend um 15 Uhr ein Schmankerl: "Kunst im Kirchenjahr - Österliche Gedanken vor dem Neustädter Altar". Und im Staatlichen Museum selbst ist immer noch die Fotografie-Schau "Knut Wolfgang Maron - Ein Leben" zu sehen.

Treiben Eis und Schnee den Museen Besucher zu? "Man sagt ja: Museen sind Regenschirme für den Tourismus", erläutert Dr. Steffen Stuth, Leiter des Kulturhistorischen Museums in Rostock und Vorsitzender des Museumsverbandes MV. Und in der Tat habe sein Haus "an einem Tag mit Schneetreiben, an dem man normalerweise gar nicht rausgeht", rund 500 Besucher in der aktuellen Sonderausstellung "Ernst Barlach. Skulptur und Zeichnung" verzeichnet. Stuth: "Man kann das aber nicht generalisieren. Der Besucher entscheidet bewusst, was er sich wo anschaut." Die Barlach-Schau, auf die es ein deutschlandweites Presseecho gegeben habe, zeige, dass es auf gut gemachte Ausstellungen ankomme. "Immer mit wissenschaftliche Hintergrund, aber immer auch für das Publikum gedacht", betont Dr. Stuth. Dabei dürfe man aber nicht in billigen Populismus verfallen, betont der Museumschef.

Die Bestände der Museen in MV haben internationalen Rang - das zeigt derzeit das Vorpommersche Landesmuseum in Greifswald. Aushängeschild sei natürlich die Sammlung aus der Romantik, mit unter anderem sieben Gemälden von Caspar David Friedrich, sagt Museumssprecherin Jenni Klingenberg. Eine Sonderausstellung habe man derzeit nicht, zu Ostern locke aber "unser Haus an sich". Am Ostermontag sei aber geschlossen, wie montags immer. Und ein weltberühmtes Stück der Sammlung fehlt: Caspar David Friedrichs Gemälde "Neubrandenburg" (1816/1817) ist derzeit nach Paris ausgeliehen und noch bis 24. Juni ein Prunkstück der Ausstellung "Deutschland 1800-1939: Von Friedrich bis Beckmann" im Louvre. "Neubrandenburg" hängt dort nicht irgendwo, - sondern in der "Hall Napoléon".

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