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Mecklenburg-Vorpommern

24. Oktober 2017 | 02:41 Uhr

Postengerangel : Dauerstreit um Forst-Chef

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Verwaltungsrat der Landesforstanstalt vertagt Personalentscheidung erneut / Landtag entscheidet über Posten im Aufsichtsgremium

svz.de von
erstellt am 20.Okt.2015 | 11:45 Uhr

Postengerangel in der Forstverwaltung: Der Streit um die Neubesetzung des Chefpostens der Landesforstanstalt zieht sich in die Länge. Eine für gestern erwartete Entscheidung des neunköpfigen Verwaltungsrates über den künftigen Chef von etwa 1000 Forstbediensteten im Land ist erneut vertagt worden. Die Personalentscheidung solle besser vorbereitet werden, begründete ein Sprecher des Landwirtschaftsministeriums in Schwerin gestern die Absage.

Das scheint notwendig: Seit Agrarminister Till Backhaus (SPD) offenbar auf eine Neubesetzung des Postens und Ablösung des bisherigen Anstaltsleiters Sven Blomeyer drängt, kracht es im Verwaltungsrat. Um keine Abstimmungsniederlage zu erleiden solle eine rechtssichere Lösung gefunden werden, hieß es gestern aus dem Umfeld des Aufsichtsgremiums.

Damit ziehen sich die Querelen um den Chefposten länger hin als Backhaus lieb sein kann. Der oberste Forstwirt will offenbar den seit 2006 an der Spitze sitzenden und fachlich anerkannten Anstaltschef Blomeyer gegen seinen Forst-Referatsleiter und Gefolgsmann im eigenen Haus, Manfred Baum, austauschen. Vor drei Wochen war der Personalbeschluss schon einmal am Widerstand von Teilen des Verwaltungsrates gescheitert. Verwaltungsratschef, Agrar-Staatssekretär Peter Sanftleben, hatte daraufhin eine Entscheidung ausgesetzt. Vor fünf Jahren noch hatte Backhaus bei der turnusmäßig anstehenden Besetzung des Chefpostens die Vertragsverlängerung Blomeyers einfach durchwinken lassen. Dieses Mal setzt ihn das angewandte Auswahlverfahrens für die zwei Bewerber unter Druck. Kritikern zufolge soll die Auswahlprüfung bewusst zugunsten Baums gesteuert worden sein. Die Fragen für das Auswahlverfahren sollen im unmittelbaren Umfeld Baums erarbeitet worden sein, hieß es. Schließlich habe Baum das Rennen gemacht, obwohl Fachleute Blomeyer für kompetenter halten. Ein „fragwürdiges Verfahren“, hieß es. Das Ministerium wollte bislang zu den Vorwürfen keine Stellung nehmen.

Der Streit scheint noch lange nicht ausgestanden: Für den Fall, dass er nicht erneut zum Chef der Forstanstalt bestellt wird, soll Blomeyer bereits mit einer Konkurrentenklage gedroht haben. Blomeyer selbst war gestern nicht zu erreichen. Neuer Chef fürs operative Forstgeschäft, neues Mitglied im Verwaltungsrat: Am Donnerstag wird der Landtag indes über die Besetzung eines der zwei von Abgeordneten besetzten Verwaltungsratsposten entscheiden. Die SPD schickt dafür erneut Jörg Heydorn ins Rennen. Die Grünen wollen die Abgeordnete Ursula Karlowski in das Gremium entsenden. Die Bewirtschaftung des Landeswaldes müsse ökologischer erfolgen. Dafür wolle sie sich einsetzen, begründete sie ihre Kandidatur. Allerdings: Es gilt als sicher, das mit der Stimmenmehrheit der Koalitionsfraktionen Heydorn erneut gewählt wird.

 

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