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Mecklenburg-Vorpommern : Dauerregen setzt Land unter Wasser

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Der Januar ist dabei, sein Niederschlagssoll überzuerfüllen. In Schwerin ist schon fast doppelt so viel Regen heruntergekommen wie für den gesamten Monat normal wäre. Bauern in Niederungen bangen schon vor dem Frühjahr.

svz.de von
erstellt am 24.Jan.2012 | 10:09 Uhr

Nach dem Dauerregen der vergangenen Tage staut sich vor allem in Flusstälern auf Wiesen und Äckern das Wasser. Im Westen Mecklenburg-Vorpommerns sind nach Angaben des Wetterdienstes Meteomedia 20 bis 35 Liter Regen je Quadratmeter gefallen, im Osten bis zu 15 Liter. Das sei für zwei Tage im Winter sehr viel, denn derzeit verdunste nichts, sagte der Meteorologe Stefan Kreibohm am Montag der dpa. Zudem könne in den gesättigten Böden kein Wasser mehr versickern.

In Schwerin ist in diesem Monat schon fast doppelt so viel Regen gefallen wie normalerweise im Januar, berichtete der Dezernent für Gewässerkunde beim Staatlichen Amt für Landwirtschaft und Umwelt, Michael Lückstädt. 84 Liter je Quadratmeter seien bisher registriert worden, 46 seien normal. Am Wochenende seien allein 30 Liter dazugekommen. Im Dezember waren 102 statt 55 Liter je Quadratmeter gemessen worden. Erinnerungen an den Hochwasser-Sommer 2011 werden wach.

Die Schweriner Seen sind Lückstädt zufolge zu 98 Prozent gefüllt, die Mecklenburgischen Oberseen zu 93 Prozent. "Das ist der Füllstand, den wir gerne am 1. Mai haben", sagte der Dezernent mit Blick auf trockene Sommer. Wenn jetzt und im Frühjahr noch Niederschläge hinzukämen, müsse auch dieses Wasser noch in die Flüsse abgegeben werden. In Schwerin etwa drohten sonst bebaute Flächen überflutet zu werden. Die Flüsse hätten aber schon Hochwasser. An der Elbe, an der Sudemündung und der Rögnitz stünden bereits seit Wochen Wiesen unter Wasser. Die Flächen werden im Frühjahr für die Bauern kaum zu befahren sein, um dort Gras zu ernten, schätzte Lückstädt. "Es sei denn, wir kriegen wieder den Sommer im April."

"Die Gewässer sind voll", sagte auch der Leiter des Staatlichen Amtes für Landwirtschaft und Umwelt der Mecklenburgischen Seenplatte, Heinz Beisheim. Die Mecklenburger Oberseen würden erhebliche Wassermengen abgeben. Die Flüsse könnten aber kaum noch Wasser abtransportieren, da auch die Wasserstände der Ostsee hoch seien. Vor allem in den Flussniederungen von Peene, Tollense und Trebel stehe das Wasser auf den Wiesen und schädige die Graskulturen. Im Sommer könnte es deshalb wieder Probleme mit dem Futter geben, sagte Beisheim. Nach Angaben des Landesbauernverbandes beginnen die Pflanzen auf den Äckern in wassergefüllten Senken bereits abzusterben.

Die Elbe hat laut Lückstädt ebenfalls erhöhte Wasserstände. In Dresden ist bereits die Alarmstufe 1 ausgerufen worden. In Dömitz und Boizenburg würden derzeit 3,60 Meter gemessen, die erste Alarmstufe beginne bei fünf Metern. "Wir erwarten etwas über vier Meter", sagte der Dezernent.

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