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Tourismus und Landwirtschaft MV : Dauerregen nervt Gäste und Bauern

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Hoteliers locken mit Sonderangeboten, Open Airs hoffen und die Bauern nutzen jede Stunde.

von
erstellt am 12.Jul.2017 | 20:30 Uhr

Der tagelange Regen wird zunehmend zur Herausforderung für Touristen und Hoteliers, aber auch für die zahlreichen Open Airs und für die Bauern bei der Ernte.

Der Sprecher des Landestourismusverbandes, Tobias Woitendorf, spricht von „Herausforderungen“ für die gesamte Branche. Manche Gastgeber denken bereits über Preisnachlässe bei nicht belegten Kapazitäten nach. Viele der größeren Häuser hätten sich inzwischen auf den Regen eingestellt und böten Ausflüge an oder informierten über „Indoor-Attraktionen“, berichtet Woitendorf der dpa.

Hoffnung herrscht noch bei den großen Open Airs und Festivals. „Wir schauen uns zuvor mit der Feuerwehr und den Veranstaltern die Gegebenheiten vor Ort an“, so die Pressesprecherin der Musikfestspiele MV, Ina Voigt. Bislang habe man nur bei einem Konzert in der Darguner Klosterruine in eine Turnhalle ausweichen müssen. „Die meisten Gäste stellen sich auf das Wetter ein. Aber natürlich haben wir viele, viele Anrufe.“

Oliver Franke, Organisator des am Donnerstag beginnenden Airbeat One in Neustadt Glewe, setzt auf seine Wetter-App, die einen trockenen Abend vorhersagt. „Wir sind weit weg von Panik und rechnen mit über 40.000 Fans“, sagt er. Sorge herrscht bei den Elblandfestspielen in Wittenberge, die am Freitagabend beginnen.

Den Bootsverleihern bereitet der Regen Kopfschmerzen. „Bei solchen Schauern wie muss ich alle zwei Stunden die Boote leerpumpen“, berichtet Uwe Meitzner aus Schwerin. Auch am Lankower See in Schwerin wartet man auf Sonnenschein. „Dann kommen hoffentlich mehr Gäste“, so Betreiberin Annemarie Grochau. „Bei Regen bleiben die natürlich zu Hause.“ Hausbootverleiher in der Müritz hingegen setzen ab Sonnabend unbedingt auf Sonne, wenn mit Ferienbeginn in Nordrhein-Westfalen der große Urlauberansturm erwartet wird.

Die Landwirte sitzen in der Warteschleife und warten auf die Ernte. Als erstes bringen sie die Gerste ein. Die Zeit drängt. Die extremen Regenmengen führten laut Agrarministerium dazu, dass auf vielen Flächen die Roggen-, Gersten- und Weizenpflanzen auf dem Boden liegen. Agrarminister Till Backhaus (SPD) bat die Menschen um Verständnis, wenn es auf den Straßen wegen der Erntefahrzeuge einmal eng werden sollte oder bis spät in die Nacht gedroschen wird. „Die Ernte ist die anstrengendste Zeit für die Landwirte. In diesem Zeitraum fahren sie die Arbeit eines ganzen Jahres ein“, sagte Backhaus der dpa.

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