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Datschen-Besitzer drohen Grundstücke zu verlieren

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erstellt am 22.Okt.2012 | 06:40 Uhr

Schwerin | Angst in Datschensiedlungen: Zehntausende Besitzer von Wochenendhäusern in MV drohen ab 2015 ihre Häuschen zu verlieren. Ab 3. Oktober 2015 endet der Kündigungsschutz für Wochenend- und Erholungsgrundstücke, deren Pachtverträge noch zu DDR-Zeiten geschlossen wurden. Dem Verband Deutscher Grundstücksnutzer zufolge können Grundstückseigentümer den Pachtvertrag dann ohne besondere Voraussetzungen kündigen. In den Fällen würden nach dem Schuldrechts anpassungsgesetz alle Bauten dem Grundstücksbesitzer zufallen - allerdings nach Entschädigung nach dem Zeitwert.

In den vergangenen Jahren hätten zehn bis 20 Prozent der Datschenbesitzer in MV bisher gepachtete Grundstücke nachträglich gekauft. Noch immer würden aber schätzungsweise 70 000 bis 100 000 Wochenendhäuser im Nordosten auf schon zu DDR-Zeit gepachtetem Land stehen, erklärte VDGN-Sprecher Holger Becker gestern. Zwar sei nicht mit einer flächendeckenden Kündigungswelle zu rechnen. In den attraktiven Urlaubsregionen entlang der Ostseeküste, an der mecklenburgischen Seenplatte und in der Nähe größerer Städte sei aber absehbar, dass die Grundstückseigentümer vom Kündigungsrecht Gebrauch machten und die Wochenendhäuser selbst als Ferienwohnung vermieten wollten. "Die Begehrlichkeiten wachsen", sagte Becker: "Da spitzt sich die Situation zu". Inzwischen mehrten sich die Klagen. In den neuen Ländern gibt es früheren VDGB-Angaben zufolge bis zu 1,2 Millionen gepachtete Datschen-Grundstücke, die von drei Millionen Menschen genutzt würden.

Unruhe auch bei den schätzungsweise 70 000 Besitzern von zu DDR-Zeit auf fremdem Grund errichteten Garagen: Nach dem Ende des Kündigungsschutzes versuchten immer mehr Grundstückseigentümer, Pächtern neue Verträge mit höheren Pachtzinsen unterzuschieben und die Entschädigungspflicht zu umgehen, erklärte Becker. Dabei habe sich die Pacht in einigen Regionen in den vergangenen 15 Jahren bereits nahezu vervierfacht.

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