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Internet im Schulalltag : Datenschutz an Schulen: Note 5

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Experten finden Lücken, denen die Verantwortlichen im Land entgegenwirken wollen. Doch was kann getan werden?

svz.de von
erstellt am 26.Apr.2016 | 20:00 Uhr

Bei der Nutzung des Internets im Schulalltag gibt es offenbar ernste Lücken im Datenschutz. Die Auswertung einer landesweiten Umfrage und stichprobenhafte Kontrollen an 18 Schulen in Mecklenburg-Vorpommern ließen den Schluss zu, dass die Umsetzung der Datenschutzbestimmungen an den meisten Schulen im Land „als kritisch einzuschätzen ist“, sagte der Landesdatenschutzbeauftragte Reinhard Dankert gestern in Schwerin.

Das fange schon bei der Sicherung von Büro- und Computerräumen vor Einbrüchen an. „Wenn es Zensuren für den technischen Datenschutz gäbe, könnte es nur ein Mangelhaft geben“, sagte Dankert. Er räumte aber ein, dass die unterschiedlichen Zuständigkeiten von Städten und Kreisen als Schulträgern und dem Ministerium mit der Personalhoheit die Umsetzung eines wirkungsvollen Datenschutzkonzeptes erschweren. Als Konsequenz aus den Untersuchungsergebnissen schlägt Dankert unter anderem eine Überarbeitung des Schulgesetzes vor. Zudem sollten die Schulen mehr Geld bekommen, damit sie den technischen Datenschutz verbessern können, und die Datenschutz-Verantwortlichen in den Schulen regelmäßig geschult werden. Auch die Vorgaben für die dienstliche Nutzung privater Computer der Lehrer müssten neu geregelt werden, um Mindeststandards festzulegen, fordert Dankert.

Derzeit drängten viele neue Programme für Unterrichtsgestaltung und Schulverwaltung auf den Markt. Es müsse klare Regeln für die Schulen geben. Die Orientierung auf zertifizierte Software sei dabei ein richtiger Weg. Damit solle auch sichergestellt werden, dass die Programme nicht genutzt werden, um Profilbilder für Schüler zu erstellen und für deren Leistungsbewertung einzusetzen. „Personenbezogene Daten von Kindern sind immer sehr sensible Daten und bedürfen eines besonderen Schutzes“, so Dankert.

An Musterschulen sollten nun die technischen und organisatorischen Erfordernisse des Datenschutzes erarbeitet werden. Danach könne entschieden werden, wer welche Aufgaben künftig zu verantworten hat und wie dies künftig finanziert werden soll.

Thomas Jackl vom Bildungsministerium rechnet damit, dass praktikable Modelle in etwa fünf Jahren vorliegen werden. Mit dem neuen Schulrechtsportal stehe Schulleitern aber schon jetzt eine Plattform auch in datenschutzrechtlichen Fragestellungen zur Verfügung.

 

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