Resozialisierung : Datenbasis in Gefängnissen dünn

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Opposition beklagt Mängel bei Resozialisierung von Strafgefangenen

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06. Februar 2018, 20:55 Uhr

Unzureichende Informationen über die persönliche Situation von Strafgefangenen erschweren nach Ansicht der Linken in Mecklenburg-Vorpommern die Vorbereitung der Häftlinge auf das Leben in Freiheit. „Nur wenn wir wissen, wie viele Suchterkrankte und Strafgefangene mit psychischen Problemen es in den Haftanstalten gibt, kann die erforderliche Anzahl an Sozialpädagogen und Psychologen tätig werden. Dies ist für eine erfolgreiche Resozialisierung unerlässlich“, erklärte die rechtspolitische Sprecherin der Linksfraktion im Landtag, Jacqueline Bernhardt, gestern.

Aus der Antwort der Landesregierung auf eine Kleine Anfrage ihrer Fraktion gehe jedoch hervor, dass die Behörden weder wüssten, wie viele Häftlinge drogenabhängig sind, noch, wie es um Schul- und Berufsabschlüsse bestellt ist. Das Wissen darum sei aber erforderlich, um Häftlingen bei der Bewältigung ihrer Probleme helfen zu können und so „letztlich die Allgemeinheit vor weiteren Straftaten zu schützen“.

Eine grundlegende Analyse sei zwingend nötig, damit die Verpflichtung zur Resozialisierung der Strafgefangenen in den Justizvollzugsanstalten tatsächlich umgesetzt werden könne, mahnte Bernhardt.

In ihrer Antwort hatte die Landesregierung erklärt, dass ihr keine Daten zur Beantwortung der Fragen zur Gesundheit vorliege. „Gefangene sind nicht verpflichtet, gegenüber den Justizvollzugsanstalten Angaben über ihre Gesundheit oder über eine etwaige Suchterkrankung zu machen“, heißt es in dem Schreiben. Bei den Angaben zu Schul- und Berufsabschlüssen ist die Antwort ähnlich. Das Justizministerium: „Über die Anzahl der in den Jahren 2007 bis 2017 in den Justizvollzugsanstalten Mecklenburg-Vorpommerns inhaftierten Personen, die zum Zeitpunkt ihres Haftantritts keinen Schul- oder Berufsabschluss hatten, liegen keine statistisch auswertbaren Angaben vor“.

In Mecklenburg-Vorpommern geht seit Jahren die Zahl der Gefangenen zurück. So gab es im Nordosten im Jahr 2003 noch 1600 Häftlinge, Ende 2017 waren es rund 1100.

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