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Mecklenburg-Vorpommern

19. November 2017 | 21:06 Uhr

Dassower Pleitechefs ab Mai vor Gericht

vom

svz.de von
erstellt am 18.Apr.2012 | 05:38 Uhr

Schwerin | Juristisches Nachspiel für eine der größten Wirtschaftspleiten in MV: Dreieinhalb Jahre nach dem Zusammenbruch des CD-Werkes in Dassow müssen sich ab Mai drei frühere Manager des mit mehr als 30 Millionen Euro geförderten Unternehmens vor Gericht verantworten. Am 12. Mai soll vor dem Schweriner Landgericht der Prozess beginnen, teilte Gerichtssprecher Detlef Baalcke gestern mit. Zunächst seien bis Mitte August acht Verhandlungstage angesetzt. Von den drei vorliegenden Anklagen würden im Mai nur zwei eröffnet. Ein drittes Verfahren wegen Verstößen gegen das Patentgesetz werde voraussichtlich zu einem späteren Zeitpunkt eröffnet, so Baalcke.

Das Verfahren dürfte für Aufsehen sorgen: Einer der Angeklagten lässt sich von Promi-Anwalt Johann Schwenn verteidigen, der derzeit im Vergewaltigungsprozess gegen Wetter-Moderator Jörg Kachelmann für Schlagzeilen sorgt.

So müssen sich die drei Dassower Ex-Manager zunächst wegen des Vorwurfs des Betruges und Subventionsbetruges verantworten. Die Anklage wirft ihnen vor, auf der Suche nach frischem Kapital wissentlich falsche Angaben zur finanziellen Situation der Dassower Firmen gemacht zu haben - mit Millionenschaden für Schweizer Kapitalgeber. Die hatten sich von den u. a. auch wegen ihrer Unternehmensführung und ihrer Dumpingpreispolitik in der Branche umstrittenen Dassower Management überzeugen lassen und zwölf Millionen Euro in das mecklenburgische Unternehmen gesteckt. Vergebens: Die Angaben hätten nicht der Situation entsprochen, hieß es. Schlecht für die Eidgenossen: Durch die spätere Insolvenz des Unternehmens ging ihnen das Geld verloren. Auch den Steuerzahlern gingen Millionen verloren. So sollen den Managern durch falsche Angaben beim Finanzamt und beim Landesförderinstitut massive Finanzhilfe erhalten haben. Allein 2,5 Millionen Euro an Fördermitteln erhielten sie für den Kauf von Maschinen. Allerdings sollen sie laut Anklage zu anderen Preisen gekauft haben als die, die sie innerhalb des Beihilfeverfahrens beim Förderinstitut angegeben hatten. Insgesamt sollen sich die Schäden bislang auf knapp 20 Millionen Euro belaufen.

Der Prozess sollte ursprünglich im März eröffnet werden, musste aber wegen der Verfahren gegen Mitglieder der Rockerbande Hells Angel verschoben werden.

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