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Beifang darf nicht mehr ins Meer geworfen werden : "Das wird Europas Fischfang verändern"

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Fast 14 Stunden haben Europas Fischereiminister miteinander gerungen, um jährlich 1,9 Millionen Tonnen Beifang zu retten. Denn rund drei Viertel aller Arten in Europas Meeren gelten mittlerweile als überfischt.

svz.de von
erstellt am 27.Feb.2013 | 07:23 Uhr

Brüssel | Fast 14 Stunden haben Europas Fischereiminister miteinander gerungen, um jährlich 1,9 Millionen Tonnen Beifang wie kleine Heringe und Makrelen zu retten. "Das wird Europas Fischfang verändern", sagte Irlands Minister Coveney, der als Vertreter der Ratspräsidentschaft die Verhandlungen führte. Und auch Bundeslandwirtschaftsministerin Aigner zeigte sich zufrieden. Jahrelang hatten die Mitgliedstaaten nach einer Lösung für den sogenannten Beifang gesucht. Dabei handelt es sich um Tiere, die zwar ins Netz gehen, aber viel zu klein und deshalb unverkäuflich sind. Auf den Trawlern werden die Fische - die meisten verletzt oder tot - wieder ins Wasser zurückgeworfen. Ein schwerer Schlag für die ohnehin gefährdeten Bestände. Rund drei Viertel aller Arten in Europas Meeren gelten als überfischt, weltweit sind es 25 Prozent. Etwa 30 Prozent jedes Fangs werden auf diese Weise bisher aussortiert. Fischerei-Experten haben ausgerechnet, dass für eine Portion Scholle, die auf dem Teller des Genießers landet, 300 Gramm Beifang in den Netzen landete. Bei einer Portion Scampi sind es sogar 1500 Gramm.

Nun rückt die EU dem Problem zu Leibe. Die versehentlich gefangenen Tiere dürfen nur noch sieben Prozent jedes Fischzugs ausmachen. Ab 2015 gilt die Regelung für die Ostsee, ein Jahr später folgt die Nordsee, 2017 wird auch das Mittelmeer einbezogen. EU-Fischerei-Kommissarin Damanaki will den Betroffenen an den Küsten helfen und hat Gelder für das Anschaffen neuer, großmaschiger Netze in Aussicht gestellt.

Die EU-Abgeordneten wollen den Kompromiss noch nachbessern. Mit dem vereinbarten Rückwurfverbot seien die Minister "weit hinter der Forderung des Parlamentes zurückgeblieben". Die Volksvertreter hatten gefordert, den Beifang grundsätzlich zu verbieten und wollten auch keine jahrelangen Übergangsfristen. Man werde noch "hart verhandeln". Schon dem jetzigen Kompromiss sind nicht alle Länder beigetreten, Schweden votierte dagegen.

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