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Mecklenburg-Vorpommern

15. Dezember 2017 | 19:09 Uhr

Wetterrückblick : Das war der Sommer?!

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Die eigentlich wärmste Zeit des Jahres zeigte sich von ihrer unbeständigen Seite. Hoffnungen auf goldenen Oktober bleiben bestehen

svz.de von
erstellt am 09.Sep.2014 | 12:00 Uhr

Dieser Sommer hatte es in sich: Nach einer ersten Hitzewelle im Juni folgten viele Unwetter. Der August fühlte sich mancherorts sogar schon herbstlich an. Das Wetter im Rückblick:

Juni: heiße Pfingsten, trotz Unwetter trocken

Anfang Juni herrschen in weiten Teilen Deutschlands milde Temperaturen, die Nächte sind hingegen noch kalt. Das ändert sich über Pfingsten. Luftmassen afrikanischen Ursprungs gelangen zu uns, was in einigen Regionen für ungewöhnlich hohe Temperaturen sorgt. So wird in Rheinau-Memprechtshofen in der Nähe von Baden-Baden am 9. Juni der bundesweit höchste Wert von 37,7 Grad Celsius gemessen. Damit erlebt Deutschland dem Deutschen Wetterdienst zufolge das heißeste Pfingstfest seit Beginn der Wetteraufzeichnungen.

Tief „Ela“ beendet die kurzweilige Hitzewelle. Die Unwetterfront mit Orkanböen von bis zu 140 Stundenkilometern wütet vor allem in Nordrhein-Westfalen, Hessen und Niedersachsen, auch MV bekommt einige Ausläufer zu spüren. Der Rest des Landes liegt im Juni in dem Einfluss einer milden, zeitweise kühlen Polarluft aus nördlichen Strömungen. Die Folge: Trotz einzelner Gewitter regnet es nur wenig. Mit bundesweit 54 Litern pro Quadratmeter erreicht der Monat nur 64 Prozent des vieljährigen Durchschnitts (85 Liter pro Quadratmeter). Niederschlag beschränkt sich kurzzeitig auf den Osten und Norden des Landes als am 25. Juni Gewitter teils erhebliche Regenmassen von bis zu 40 Litern pro Quadratmeter bringen.

MV gehört im Juni mit durchschnittlichen 15,9 Grad Celsius zu den kälteren Regionen und ist mit Regenmengen von 87 Litern pro Quadratmeter das nasseste Bundesland. Die Sonne scheint insgesamt 236 Stunden. Im Bundesdurchschnitt liegt die Temperatur im Juni bei 16,3 Grad Celsius.

Juli: warm, extrem nass und reich an Gewittern

Das Land ist fast den ganzen Monat zweigeteilt. So ist es im Norden deutlich wärmer als im Süden. Besonders groß sind die Unterschiede am 9. Juli: In Boizenburg (MV) zeigt das Thermometer 31, in Weiskirchen (Saarland) zur selben Zeit 12 Grad.

Am Monatsanfang lädt Tief „Michaela“ vor allem im Süden reichlich Niederschläge ab. An einer Wetterstation im Schwarzwald misst der Deutsche Wetterdienst am 1. Juli 137,4 Liter pro Quadratmeter. In Richtung Nord- und Ostsee kommen bei vereinzelten Gewitterschauern ebenfalls größere Wassermengen nieder. Ansonsten bleibt es im Norden aber weitestgehend trocken: Im gesamten Monat kommen gebietsweise weniger als 20 Liter pro Quadratmeter zusammen. In Baden-Würtemberg hingegen ist der Juni ein Rekordmonat: Dort regnet es im Schnitt 200 Liter pro Quadratmeter.

Ab der Monatsmitte sorgt das Hoch „Aymen“ für eine vorübergehende Wetterbesserung mit viel Sonnenschein. Gebietsweise klettern die Temperaturen über die 30-Grad-Marke. Mit der Hitze ist es aber schnell vorbei. Tief „Paula“ zieht mit teils kräftigen Gewittern über den Westen und Süden Deutschlands.

Am Monatsende toben dann auch im Norden Gewitter: Sintflutartige Regenfälle richten in der Mecklenburgischen Seenplatte Schäden in Höhe von mehreren Hunderttausend Euro an. In Malchow stürzt das Dach einer Kegelbahn ein, in Plau am See werden ganze Straßenzüge unterspült.

Insgesamt ist MV im Juni mit durchschnittlichen 20,1 Grad Celsius und Niederschlägen von 58 Litern pro Quadratmeter das trockenste sowie mit 274 Stunden das sonnenscheinreichste Bundesland. Zum Vergleich: Bundesweit herrschen im Juli im Schnitt 19,2 Grad Celsius und es regnet 128 Liter pro Quadratmeter. Normal sind im Juli laut deutschem Wetterdienst 78 Liter.

August: wenig Sonne, und am Ende kühl

Der August beginnt, wie der Juli aufgehört hat, mit Gewittern, örtlich extremen Niederschlägen und Sturmböen. Schuld ist „Susanne“. Besonders schwer trifft das Tief den Süden und den Südosten Deutschlands: Im Saarland türmen sich bis zu einem halben Meter hoch Hagelkörner, während in Teilen Thüringens und Sachsen-Anhalts der Regen zahlreiche Keller unter Wasser setzt. In Cottbus in Brandenburg fallen am 4. August über 100 Liter Regen pro Quadratmeter.

Auch Mecklenburg-Vorpommern wird von der Unwetterfront gebeutelt. In Vorpommern und Westmecklenburg laufen Keller voll und Bäume werden entwurzelt. Auf Usedom kommt der Verkehr aufgrund umgestürzter Bäume vorübergehend zum Erliegen. Die Temperaturen betragen zu diesem Zeitpunkt 25 bis 30 Grad.

Im weiteren Monatsverlauf folgen immer neue Sturmtiefs. Diese bringen nicht nur weiteren Regen mit, sondern auch polare Kaltluft. Die Folge: Die Temperaturen sinken deutschlandweit unter die 20 Grad-Marke, die Nachttemperaturen nähern sich örtlich sogar dem Gefrierpunkt.

In MV zeigt das Thermometer im August durchschnittlich 16,8 Grad Celsius. Im Schnitt fallen 78 Liter Regen pro Quadratmeter und die Sonne scheint 205 Stunden. Damit ist MV das sonnenscheinreichste Bundesland. Im Bundesschnitt beträgt die Temperatur im August 16,1 Grad Celsius und es regnet 95 Liter pro Quadratmeter.

Bauernregeln:

Juni, mehr trocken als nass, füllt mit gutem Wein das Fass.

Juli Sonnenstrahl gibt eine gute Rübenzahl.

Trübe Aussicht an den Hundstagen, trübe Aussicht das restliche Jahr. (Hundstage dauern vom 23. Juli bis zum 23. August)

Ist’s in der ersten Augustwoche heiß, so bleibt der Winter lange weiß.

Ist der August am Anfang heiß, wird der Winter streng und weiß, stellen sich Gewitter ein, wird’s bis Ende auch so sein.

Ist Ägidi ein heller Tag, ich dir einen schönen Herbst ansag’.  (1. September, Tag des heiligen Ägidius)

Im September schwitzen, im Dezember sitzen.

Ist Regine warm und sonnig, bleibt das Wetter lange wonnig. (7. September,  Tag der heiligen Regina)

Bring Sankt Gorgon Regen, folgt ein Herbst mit bösen Wegen. (9. September, Tag des heiligen Gorgonis)

Nach Septembergewittern wird man im Februar vor Kälte zittern.

Viel Nebel im Oktober,  viel Schnee im Winter.

Oktoberregen verspricht ein Jahr voller Segen.

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