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Hochwasser in Wismar : „Das Schott hat uns gerettet“

vom
Aus der Onlineredaktion

Wie Mario Czarnocinski das Hochwasser in Wismar erlebte. Pegelstände von 1,83 Metern über Normal

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erstellt am 05.Jan.2017 | 21:00 Uhr

Die Pegelstände in Wismar sinken nur langsam. Am schlimmsten betroffen vom Hochwasser sind die Gegend um den Stadthafen und die Poeler Straße, wo der Wallensteingraben bei normalen Pegelständen in die Ostsee abfließt und wo Mario Czarnocinski wohnt.

Dem 48-Jährigen stehen die Strapazen der Nacht am gestrigen Nachmittag noch ins Gesicht geschrieben. „Das Schott hat uns gerettet“, sagt Czarnocinski und zeigte auf den Eigenbau zwischen Mauern, der das hüfthohe Wasser aus dem Garten davon abhält, ins Haus zu strömen. Doch das Wasser drängte auch von unten und aus dem Nachbargebäuden. Drei Pumpen arbeiteten ununterbrochen und schleuderten seit dem Vorabend bis zu 1200 Liter Wasser pro Minute aus dem Keller. Jetzt sind dort nur Pfützen zu sehen.

Trotz aller Anstrengungen herrscht Erleichterung über die relativ geringen Schäden. „Beim Hochwasser 2006 war der Keller komplett abgesoffen“, erinnert sich Mario Czarnocinski. Seitdem wurden die Pumpen und das Schott eingebaut. Die Investitionen haben sich gelohnt. Außer Nässe in den unteren Kellerwänden sind bei diesem Hochwasser keine großen Schäden zu beklagen. Alles Gelagerte blieb unbeschädigt. Die Versicherung hätte ohnehin nicht gezahlt. Die Verträge für die Gebäudeversicherung habe die Allianz bereits in den neunziger Jahren so geändert, dass Hochwasserschäden vom Versicherungsschutz in dieser Straße ausgenommen sind, erzählt Czarnocinski.

Der Schaden hielt sich in der gesamten Stadt in Grenze. Fünf Keller mussten die Feuerwehrleute auspumpen, erzählt Einsatzleiter Ralf Zimmermann. „Wie viele Wismarer sich selbst geholfen haben, wissen wir natürlich nicht.“

Die Altstadt ist vom Hochwasser komplett verschont geblieben und auch am Stadthafen rollt der Verkehr bereits seit dem Vormittag schon wieder.

80 Männer und Frauen hatten die Berufsfeuerwehr und die freiwillige Wehr insgesamt im Einsatz. „Wismar ist bei Hochwasser besonders bedroht“, berichtet Zimmermann. Wenn ein Sturm aus Norden die Ostsee an die deutsche Küste drängt, wirkt die Wismarer Bucht wie ein Trichter, der das Wasser zusammendrängt, erklärt er.

Seit den Nachmittagsstunden des Vortages waren die Feuerwehren, Polizei und Helfer im Einsatz. Ungefähr gegen 21.20 Uhr war mit einem Pegel von 1,83 Metern über Normal der Höchststand erreicht worden – 33 Zentimeter höher als angekündigt. „Wir waren gut vorbereitet“, sagt Zimmermann. Darum sind die Stadt Wismar und die Czarnocinskis bei diesem Hochwasser mit einem blauen Auge davongekommen.

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