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Mecklenburg-Vorpommern

20. Oktober 2017 | 21:58 Uhr

Schwerin : Das Schloss bekommt Fernwärme

vom

Die Stadtwerke starten ihr bisher spektakulärstes Fernwärme-Bauvorhaben. Das Schloss wird an das Fernwärmenetz der Stadt angeschlossen. In dieser Woche wird die Baustelle eingerichtet

svz.de von
erstellt am 28.Okt.2012 | 11:15 Uhr

Altstadt | Die Stadtwerke starten ihr bisher spektakulärstes Fernwärme-Bauvorhaben. Das Schloss wird an das Fernwärmenetz der Stadt angeschlossen. In dieser Woche wird die Baustelle eingerichtet. Ab dem 5. November wird gebohrt.

Der halbe Alte Garten ist bereits durch Bauzäune abgesperrt. Hier werden die Baucontainer aufgestellt und die Rohrsegmente gelagert. "Wir hatten darum gebeten, dass die für die Sommeroper aufgebrachte Asphaltschicht liegen bleibt", so Projektmanager René Rüdiger. "Dadurch haben wir leichteres Arbeiten." Am Schloss wird die Lennéstraße halbseitig gesperrt, um vor dem Burgseeflügel die 14 Meter lange Bohrmaschine aufzustellen. "Fußgänger und Radfahrer sowie der Lieferverkehr für das Schlossrestaurant kommen aber weiterhin durch", sagt der Projektverantwortliche. Er kündigt auch bereits eine Vollsperrung am Theater für Mitte November an.

Die Bohrung für die Fernwärmeleitung wird mit einem Spezialgerät ausgeführt. Es wird sein Gestänge bis in eine Tiefe von 35 Metern unter den Burgsee treiben, dann einen weiten Bogen vor der Siegessäule beschreiben, bevor es auf dem wieder ans Tageslicht kommt. "Wir müssen so tief bohren, um unter den Kaimauern am Schloss und am alten Garten hindurch zu kommen", erläutert Rüdiger. Probleme erwartet er dabei nicht. "Uns liegen Baugrunduntersuchungen vor, so dass wir keine Überraschungen erwarten und die Denkmalpflege geht auch nicht von besonderen Funden aus", so René Rüdiger. Allerdings werden die Denkmalpfleger das Vorhaben begleiten.

Damit der Bohrer unter dem Burgsee immer in die richtige Richtung arbeitet, wird der Bohrrichtmeister die Trasse zunächst mit Stangen abstecken und dann in einem Schlauchboot den Verlauf kontrollieren. Ist der Bohrkopf auf dem Alten Garten angekommen, wird die Bohrung auf dem Rückweg aufgeweitet. "Dann werden wir ein Schutzrohr mit einem Durchmesser von 550 Millimetern einziehen." Das soll dann Kommunikationskabel für das Schloss und die eigentliche Fernwärmeleitung aufnehmen. "Diese 200 Meter lange Leitung wird im Stück eingezogen", erklärt René Rüdiger. Sie muss deshalb "vorgestreckt" werden - aus einzelnen Segmenten wird ein Rohr zusammen geschweißt. "Das reicht dann vom alten Garten über den Eckhoff-Platz bis in die Glaisinstraße", so der Projektmanager. Verkehrsbeschränkungen dort werden ausgeschildert.

Neben der Leitung muss auch die Heizungsanlage des Schlosses von Erdgas auf Fernwärme umgestellt werden. Im Frühsommer kommenden Jahres soll das abgeschlossen sein. Dann wird der Sitz des Landtages mit umweltfreundlicher Fernwärme beheizt. Das Schloss braucht davon etwa soviel, wie die gesamte Neue Gartenstadt.

Das Vorhaben hat bei den Stadtwerken einen besonderen Stellenwert. "Das ist eine sehr anspruchsvolle Baustelle", sagt Rüdiger. Das toppt alles, was wir bisher gemacht haben." Zum Vergleich: Für den Anschluss der Marienplatzgalerie musste nur 14 Meter tief gebohrt werden, die Trasse war 75 Meter lang.

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