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Mecklenburg-Vorpommern

23. August 2017 | 17:55 Uhr

P+S-Werft : Das Scheitern an den Fähren

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Experte zeichnet ein schlechtes Bild des Managements auf der P+S-Werft

Der gescheiterte Bau von zwei Fähren für die Reederei Scandlines gilt als Hauptgrund für den Untergang der P+S-Werften in Stralsund und Wolgast. Der Schiffbauexperte Axel Mühlhausen lieferte gestern im Untersuchungsausschuss des Landtags eine mögliche Erklärung: Nach seiner Einschätzung hatte die Werftleitung viel zu wenig Personal für die Planung und den Bau der Fähren eingeplant. Die Zeit für die Konstruktion als auch für den Bau der beiden Fähren sei zu knapp bemessen gewesen, sagte der Sachverständige. „Die Konstruktion war nicht fertig, als die Fertigung begann.“ Das sei im Schiffbau nicht unüblich, doch in diesem Fall sei die Überlappung extrem groß gewesen. Die Verantwortung dafür trügen die Geschäfts- und die Projektleitung, sagte Mühlhausen, der während der Bauzeit monatlich auf den beiden Werften in Stralsund und Wolgast war. Er habe darauf frühzeitig hingewiesen.

Während des Baus der beiden Schiffe seien zudem Kontrollen versäumt worden, zugelieferte Teile zu wiegen. Damit bestätigte Mühlhausen Äußerungen eines anderen Zeugen im Untersuchungsausschuss. Michael Werner vom Finanzierer VHV hatte gesagt, dass die Werft kein Gewichtsmanagement während des Baus hatte. Die Fähren waren schließlich so schwer, dass Scandlines sie nicht abnahm und auch nicht zahlte.

Mühlhausen sagte, er habe frühzeitig auf ein zunehmendes Gewichtsproblem hingewiesen. Der Experte legte seine Berichte zunächst der Werftleitung vor, die noch leichte Änderungen vornehmen konnte, wie er sagte. So sei aus einem „nicht realisierbar“, wenn sich an den Zuständen nichts ändere, ein „sehr ambitioniert“ geworden. Nach außen führte das offenbar zu schwerwiegenden Missverständnissen.


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erstellt am 16.Jun.2014 | 21:15 Uhr

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