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Würstchen wie zu Omas Zeiten : Das Regionale ist das neue Bio

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Rostocker Fleischfabrikant Blömer stellt Urtyp-Bratwurst ohne künstliche Zusatzstoffe her / Wurst wie zu Omas Zeiten 30 Tage haltbar

svz.de von
erstellt am 21.Aug.2014 | 12:00 Uhr

100 Prozent Natur, sonst nichts. Unter diesem Titel kommt die Urtyp-Bratwurst des Wurst- und Fleischfabrikanten „Die Rostocker“ ab Anfang September auf den Markt. Und das gänzlich ohne sogenannte E-Nummern. Das bedeutet, weder künstliche Geschmacksverstärker, Stabilisatoren noch Konservierungsstoffe oder Gluten werden bei der Herstellung verwendet. In der Urtyp-Bratwurst ist nur das drin, was auch jede gute Hausfrau in ihrer Küche hat: Schweinefleisch, Speck, Eier, Milch, Salz und Pfeffer, Kümmel und Thüringer Majoran – sonst nichts. „Wir haben eine Bratwurst entwickelt, die ohne jede Hilfsmittel auskommt“, sagt Geschäftsführer Tobias Blömer.

Mit seinem neuen Produkt setzt er voll und ganz auf regionale Zutaten: „Regionalität ist das neue Bio.“ Das Vertrauen der Verbraucher sei gegenüber regionalen Produkten größer als bei Bioprodukten, deren Herkunft oftmals kaum nachzuvollziehen sei. „Regionale Produkte haben auch eine emotionale und geographische Wirkung auf die Kunden“, sagt er. Sie fühlten sich verbunden mit den Produkten.

Die Idee der Urtyp-Wurst wurde vor rund einem Jahr geboren. „Wir wollten herausfinden, wie eine Bratwurst früher gemacht wurde, als es die künstlichen Zusatzstoffe noch gar nicht gab“, sagt Blömer. Dafür haben die Mitarbeiter recherchiert und in Thüringen und Sachsen-Anhalt Fleischer nach alten Rezepten befragt. „Das war keine leichte Aufgabe“, so Blömer. Anfang des Jahres hatten sie die Zutaten zusammen. Dann ging es zur Entwicklung des Prototyps in die Versuchsküche. „Dort erprobten wir das Herstellungsverfahren“, sagt der Wurstfachmann. Dabei mussten die Fachleute viele Faktoren berücksichtigen: Die Fleischauswahl, die Reihenfolge der Zutatenzugabe und die Menge der Zutaten spielten eine wichtige Rolle bei der Herstellung. Sie entschieden, wie die Wurst am Ende aussehen und schmecken sollte und wie sie sich auf dem Grill verhält.

„Bei der Urtyp-Wurst haben wir uns für leicht grobes Schweinefleisch im Naturdarm entschieden“, sagt Blömer. Die ersten Exemplare wurden unter den Betriebsmitarbeitern verkostet. „Wir diskutierten anschließend darüber, wie sich die Nuancen noch verbessern lassen.“ Der Geschmack hat sich in mehreren Versuchsreihen nach und nach entwickelt. „Wir fügten dem Brät weniger Kümmel hinzu, dafür aber mehr Majoran“, so der Geschäftsführer. Das gebe der Wurst die für Thüringer gewünschte Würznote.

Mittlerweile ist die Wurst für die Produktion bereit. Abgefüllt in den Darm werden die Würste im Kochschrank auf 72 Grad Celsius erhitzt, um alle möglichen Keime abzutöten. Anschließend werden die Bratwürste heruntergekühlt und in Dreier-Portionen abgepackt. „In der Verpackung erfolgt die Pasteurisierung. Dadurch haben wir dann ein sicheres Produkt“, betont Blömer. Salmonellengefahr bestehe nicht. Allerdings sei Lactose aufgrund der Milchzugabe nicht auszuschließen. Die Milch und das Ei sorgen für ein besonderes Mundgefühl. Nach einem halben Tag ist die Urtyp-Bratwurst fertig, und kann in den Verkauf gehen. Hochwertiger, aber auch etwas teurer als normale Bratwürste wird sie sein. Aber Blömer ist sich sicher, dass die Kunden das Naturprodukt auch zu schätzen wissen.

Ein halbes Jahr lang haben die Mitarbeiter an der perfekten Wurst gefeilt und dabei gleichzeitig ihre Haltbarkeit auf die Probe gestellt – mit einem beeindruckenden Ergebnis. 30 Tage ist das Naturprodukt ab Fertigstellung haltbar. Angekommen im Kühlschrank des Kunden, hält sich die Urtyp-Wurst noch 25 Tage.

 

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