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Mecklenburg-Vorpommern

22. November 2017 | 00:22 Uhr

"Das rechtfertigt nicht den Vandalismus"

vom

svz.de von
erstellt am 30.Aug.2012 | 07:50 Uhr

Die Tat sorgt für heftige Diskussionen im Internet: Linksautonome haben die im Gedenken an die Krawalle in Lichtenhagen gepflanzte Friedenseiche abgesägt. Die Eiche stehe für "Deutschtümelei" und "Militarismus", hieß es zur Begründung.

"Historisch gesehen ist die ,Deutsche Eiche ein Symbol der deutschen Stärke. Das soll es wohl auch hier gewesen sein. Wer solche eindeutigen Zeichen setzt, sollte auch damit rechnen, klare Antworten zu erhalten ... Es wäre sicher politisch klüger gewesen, einen Baum zu wählen, der für Kommunikation und Zusammenhalt steht", schreibt beispielsweise Karl Trumm auf den Online-Seiten unserer Zeitung. Ebenfalls aus der Schweriner Region meldet sich Jochen Stoppermann zu Wort: "Es gibt das schöne Volkslied ,Am Brunnen vor dem Tore, da steht ein Lindenbaum ... Ich fände es schön, wenn statt der ,deutschen Eiche eine Linde gepflanzt würde." "Leider bin ich auch der Meinung, dass eine Eiche als Symbol des Gedenkens, wo sie doch ebenso für die Stärke und Standhaftigkeit der Deutschen steht, vielleicht etwas ungeeignet sein könnte", meint André Trademann aus Neubrandenburg.

"Ich persönlich fühle mich irgendwie zwischen zwei Stühle gestellt. Ich bin durchaus auch der Meinung, dass eine Eiche eine gewisse Symbolik verkörpert", findet Nico Klose. Der Leser setzt aber auch fort: "Manchmal ist es mehr als belastend, dass man immer und immer und immer wieder den Eindruck gewinnt, dass man bloß nichts Deutsches sagen, denken oder verkörpern darf - ohne gleich Gefahr zu laufen, in die braune Ecke gestellt zu werden" Und Sven Rose meint: "Einfach mal ein wenig nach Symbolik der Eiche in der Literatur, Religion und Gesellschaft googlen. Schlechte Wahl für diesen Platz. Rechtfertigt dennoch nicht den Vandalismus", schreibt Sven Rose.

Aber es gibt auch die anderen Meinungen: "Als nächstes müssen dann wohl auch alle anderen Eichen gefällt werden. Die Eiche gibt es nicht erst seit der NS-Zeit. Es sollte einfach nur ein Baum dastehen, der auch nach etwas aussieht und Blätter hat. Wurde doch erklärt", so Sandra Hermann. Und Katharina Jaensch kommentiert: "Respektlos. Was sollte denn nach Meinung dieser ,Arbeitsgruppe" gepflanzt werden? Ein Zitronenbaum?". Anja Beyer indes formuliert: "Ganz dolle Leistung der ,Widerstandskämpfer. Nun ist selbst ein Baum ,politisch unkorrekt." Der Landtag hat gestern unterdessen an die ausländerfeindlichen Ausschreitungen erinnert.

Innenminister Lorenz Caffier (CDU) sagte: "Noch heute empfinde ich angesichts von Gewalt und Fremdenfeindlichkeit gegen die Bewohner des Sonnenblumenhauses Scham und Abscheu." Der Minister sprach auch von deutlichen Fehlern, die Land, Stadt, Ausländerbehörde und Polizei damals machten. "Alle Verantwortlichen haben versagt", sagte Caffier. Der Vorsitzende der Linksfraktion, Helmut Holter, sagte, die Asylbewerber seien auch Opfer einer überforderten Politik geworden. Er bedauerte, dass noch heute viele Rostocker nicht an die Geschehnisse im August 1992 erinnert werden wollten.

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