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Mecklenburg-Vorpommern

17. November 2017 | 20:47 Uhr

Das Nilpferd wartet am Strand

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erstellt am 02.Feb.2012 | 11:06 Uhr

„Das Nilpferd wartet am Strand“, „Schlangenfelsen im Wasser“ oder „Der Seelenvogel verlässt das Haus“ – so sind die Bilder betitelt, die Kinder der Güstrower Regionalschule „Thomas Müntzer“ zum Schulfest am 28. Januar in einer großen Ausstellung zeigten. Fast 70 Bilder entführen die Betrachter in eine unbekannte Welt.

Mit Feuereifer haben die Sechstklässler seit Schuljahresbeginn ihre Vorstellungen von afrikanischen Mythen gemalt, gezeichnet, geklebt. Kunstlehrerin Dörte Weber ist von ihren Schülern begeistert. Wissbegierig hatten Britta, Vanessa, Oliver, Sergej, Tobias, Robert, Jesica und die anderen die Geschichten aufgenommen – vom Seelenvogel, der nach dem Tod einen Menschen verlässt, von der alten und weisen Schildkröte, vom Nilpferd, das die Menschen vor Untiefen und anderen Gefahren warnt, von der Schlange, die in Afrika als heilig verehrt wird... Erzählt hat sie ihnen eine Frau, die schon oft auf dem schwarzen Kontinent war. Karin Held, Lehrerin und Kulturbund-Mitglied, sagt: „Wir stehen seit vielen Jahren mit einer Schule in Gabun in engem Kontakt. Bisher haben wir vor allem den Kindern in der Regenwaldgemeinde Moabi geholfen, eine gute Ausbildung zu erhalten und Spenden für einen Campus gesammelt, in dem benachteiligte Kinder eine Berufsausbildung erhalten. Dabei hat uns auch die Thomas-Müntzer-Schule geholfen.“

Nun hat die kleine Kulturbund-Gruppe um Karin Held ein besonderes Malprojekt in beiden Ländern gestartet. Seit September 2011 schon haben sich die Güstrower Kinder mit den Sagen und Fabeln aus Afrika beschäftigt. Alle Arbeiten der beiden sechsten Klassen sind nun in einer großen Ausstellung zu sehen. Die 20 besten Bilder, ausgewählt durch eine kompetente Jury, sollen dann auf die Reise gehen. Zuerst werden sie in Museen und öffentlichen Ausstellungsräumen der Region gezeigt, dann bei ihren „Kunstpartnern“ in Moabi. Im afrikanischen Regenwald machen sich die Mädchen und Jungen in diesem Jahr mit deutschen Märchen und Sagen vertraut und werden ihre Vorstellungen von Rotkäppchen und dem Wolf, Schneewittchen oder den Sieben Geißlein aufs Papier bringen. Auf die Ausstellung deutscher Märchen aus afrikanischer Sicht in Güstrow im kommenden Jahr freuen sich bereits alle.

Bis dahin jedoch ist Karin Held auf der Suche nach Hilfe für ihre Schützlinge in Moabi. „Dort fehlt es an vielem“, sagt sie. „Wir brauchen Papier, Stifte, Farben.“ Bisher konnten die Kulturbund-Mitglieder alle Spenden für Gabun aus eigener Kraft gewinnen, ist sie stolz und überzeugt, dass sie auch für dieses besondere Projekt Hilfe bekommt. Hilfe, die sie direkt ins das afrikanische Land bringt.
Neben den Materialien für das Kunstprojekt ist Karin Held auch dankbar für die Unterstützung anderer Art. „Mit nur 130 Euro im Jahr könnten Sie den Collegebesuch eines Schülers in unserem Campus ermöglichen“, wirbt sie.

Wer helfen möchte, kann spenden an:
Kulturbund MV, Kontonummer 30007364, BLZ 140 520 00, Sparkasse Mecklenburg-Schwerin, Verwendungszweck: Schule Gabun

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