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Fachkräfte fehlen in MV : Das lange Warten auf Handwerker

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Langes Warten auf Maurer, Maler und Co.: Die Betriebe in MV schieben oft einen Auftragsberg vor sich her

Viele Handwerksbetriebe in Mecklenburg-Vorpommern kommen mit Aufträgen nicht hinterher, weil ihnen Fachkräfte fehlen und Kunden zuhauf Leistungen ordern. Auftraggeber müssen inzwischen teilweise Monate auf einen Handwerkertermin warten, ergab eine Umfrage unter den Innungen im Nordosten.

Die Baubetriebe hätten derzeit einen Auftragsvorlauf von drei Monaten in den Büchern, erklärte Jörg Schnell, Chef des Bauverbandes MV. Da brauche es seine Zeit, neue Projekte vorzubereiten und die Aufträge zu erledigen. Niedrigzinsen und der Drang der Deutschen nach Immobilien und Sachwerten hätten vor allem im privaten Hausbau zu guten Auftragseingängen geführt.

Heizung, Sanitär, Elektro: Die Branche schiebt einen großen Auftragsberg vor sich her. Kunden müssten Wartezeiten in Kauf nehmen, erklärte Kay Wittig, der Chef der Landesinnung für das Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik-Handwerk in MV: „Wir haben eine richtig gute Auftragslage.“ Natürlich wollten die Betriebe jeden Auftrag so schnell wie möglich erledigen. Vor allem für Kunden mit kleineren Projekten sei es aber inzwischen schwer, einen Handwerkertermin zu bekommen.

16 Prozent der Unternehmen der Branche hätten für mehr als sechs Monate Arbeit im Vorlauf, bei 60 Prozent stehe ein Auftragsbestand bis zu sechs Monaten in den Büchern. Auch das Malerhandwerk kommt kaum hinterher. Auf die Erledigung hochwertiger Arbeiten müsse man mittlerweile schon mal mehrere Monate warten, beobachtete Antje Lange, Chefin des Landesfachverbandes Farbe, Gestaltung, Bautenschutz in MV. In den vergangenen Monaten habe die Renovierung von Flüchtlingsunterkünften zu jeder Menge Mehrarbeit geführt.


Elektriker oder Maler – Fachkräfte fehlen


Verbraucher in MV müssen sich indes an längere Wartezeiten auf Handwerker gewöhnen: Im Heizungsbau oder in der Elektrobranche, im Malerhandwerk – mittlerweile könne mancher Auftrag nicht mehr erfüllt werden, weil das Fachpersonal fehle. Die Personaldecke reiche nicht mehr aus, sagte Malerverbandchefin Lange.

„Da geht Wertschöpfung verloren“, erklärte Wittig. „Trotz massiver Lohnsteigerungen ist kein geeignetes Personal zu bekommen. Fachkräftemangel in MV: Die Spitze des Eisbergs haben wir noch nicht erreicht“, meinte Wittig. Es werde künftig noch schwieriger werden, Handwerker zu bekommen. Das Personal in den Betrieben reiche oft nur noch für Stan-dardarbeiten, erklärte Michael Roolf, Präsident des Wirtschaftsverbandes Handwerk in MV: „Neue Geschäftsfelder zu entwickeln, dafür reiche das Personal nicht mehr.“

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erstellt am 15.Jul.2016 | 05:00 Uhr

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