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Mecklenburg-Vorpommern

20. November 2017 | 13:10 Uhr

Das ist ein Meisterschuss...

vom

svz.de von
erstellt am 12.Jul.2013 | 10:29 Uhr

Mit "Regen stört uns nicht" fing alles an. Mehr als 400 Titel und über zehn Millionen verkaufte CDs und Schallplatten folgten bis heute: Volksmusik, Country, Schlager, Pop, Rock und Swing. Das Duo Monika Hauff und Klaus-Dieter Henkler, einer der Exportschlager der DDR, steht seit 45 Jahren gemeinsam auf der Bühne - ohne privat ein Paar zu sein. Ihr Erfolgsrezept für so viele gemeinsame Jahre? "Man muss sich Freiraum lassen", sagt Henkler, ein muskulöser Hüne mit Faible für Goldschmuck und die Damenwelt.

Monika Hauff, wie Henkler 69 und in Wernigerode geboren, sang als Schülerin im Chor und absolvierte danach eine Ausbildung zur Medizinisch-Technischen Assistentin (MTA). Ursprünglich hatte sie ganz andere Berufspläne. "Als ich solo angefangen habe, wollte ich nur eine Single aufnehmen. Und weiter als MTA arbeiten", berichtet die gesprächsfreudige Sängerin, die noch immer ihren charakteristischen blonden Pagenschnitt mit Pony trägt. Doch dann habe sie den 1. Platz beim Ostseefestival gewonnen - und sich doch für die Musiker-Karriere entschieden.

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Der Komponist, Texter und Musiker Henkler wuchs in einem kleinen Ort an der Grenze zu Niedersachsen auf und studierte in Halle klassische Musik. 1968 taten sich Hauff und Henkler wegen ihres gemeinsamen Faibles für internationale Folkmusik zusammen - nach dem Vorbild des Musiker-Duos Esther & Abi Ofarim.

Ob "Keine Bange, wir holen eine Zange", "Das war ein Meisterschuss" oder "Auf die Bäume ihr Affen": Die DDR-Publikumslieblinge produzierten Hits im Akkord, pro Jahr erschien mindestens ein Album. Im Fernsehen waren Hauff und Henkler Dauergäste - etwa bei der Weihnachtssendung "Frühstück und Gänsebraten" oder beim beliebten "Kessel Buntes" als Gastgeber. Sie hatten mehrere eigene Shows, wie "Musikanten sind da" und "Notenkarussell". Nach dem Gewinn des "Grand Prix de la Chanson de Paris" 1975 folgten häufige Auftritte im "Westfernsehen" - etwa in der "ZDF-Hitparade", bei "Bios Bahnhof" und dem "Musikladen".

Beide berichten besonders gerne von ihren Reisen rund um den Globus. Vor dem Fall der Mauer war das Duo auf vielen Kontinenten unterwegs; nach 1989 dann auch lange in den USA. Ob Isländisch, Arabisch, Polnisch oder Hindi - die Musiker haben Volkslieder in 22 verschiedenen Sprachen im Repertoire. "In der Folklore drückt sich die Mentalität der Leute aus", sagt Henkler.

Auch wegen der vielen Reisen hätten sie beide keine Kinder, sagen sie. Seit dem Fall der Mauer ist das Berlin er Bühnen-Paar allerdings nicht mehr so oft in aller Welt unterwegs - und auch deutlich weniger in den Medien präsent. Auf roten Teppichen sind Hauff & Henkler selten zu sehen, auch Boulevard-Storys sind nicht ihr Ding. "Wir reden lieber über unsere Arbeit als über Skandale", sagt Hauff. In ihrer Freizeit gehen sie gerne auf Konzerte - oft gemeinsam.

"Wir treten da auf, wo die Rahmenbedingungen stimmen", antwortet Henkler auf die Frage, auf welchen Bühnen sie derzeit unterwegs sind. "Wohl dem Künstler, der sein Konzert mit eigenen Liedern beenden kann statt mit Coverversionen - und ohne Playback", fügt er hinzu. Auch neue Tonträger seien wieder in Arbeit - "aus der scheinbar unversiegbaren Quelle Klaus-Dieter Henkler".

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