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Mecklenburg-Vorpommern

23. November 2017 | 06:48 Uhr

Das Haus der vier Jahreszeiten lebt

vom

svz.de von
erstellt am 13.Mär.2012 | 06:17 Uhr

Wittenberge | Eines der schönsten und wahrscheinlich das dekorativste Haus im Jahnschul-Viertel ersteht wieder. Die Wohnungsbaugesellschaft hat sich entschieden, das Haus in der Johannes-Runge-Straße in alter Schönheit wieder zu beleben. Stopp! Was heißt hier in alter Schönheit?

Es gibt nicht eine Fassade, sondern die Fassade in acht verschiedenen Kolorierungen. Seit gestern Nachmittag zeigt die Wohnungsbaugesellschaft im Foyer des Rathauses, wie Malermeister August Brüshaber, der das Gebäude 1906 errichten ließ, es im Laufe von zirka 50 Jahren farblich immer wieder anders gestaltete. Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass der Entwurf des Bauunternehmers

Wilhelm Rößler jun. das heute prägende Thema der vier Jahreszeiten noch nicht zeigt. "Die Jahreszeiten beschreibenden Stuckornamente wurden während der Bauphase vom Eigentümer wahrscheinlich selbst entwickelt, sagte gestern der mit der Sanierung beauftragte Architekt Stefan Kunzemann. "Bevor wir uns entscheiden, wie die Fassade aussehen soll, möchten wir die Meinung der Wittenberger erfahren", sagt WGW-Geschäftsführer Torsten Diehn. Die Schau im Rathaus stellt die acht Varianten vor.

Wegen der herausragenden Bedeutung des Gebäudes hatte der Sachbereich Denkmalschutz im Kreis als Vorbereitung auf Sanierung und Modernisierung umfassende Untersuchungen in den stuckgeschmückten Innenräumen, im Treppenhaus, in der Tordurchfahrt und eben an der straßenseitigen Fassade vornehmen lassen. Restauratorin Corinna Streitz entdeckte die verschiedenen Farbigkeiten. Sie vermitteln einen Eindruck, wie der ehemalige Eigentümer über die Jahrzehnte die Fassade als Aushängeschild seines Malergeschäftes präsentiert hat. "Dabei hat er sich zum einen an dem jeweils herrschenden Zeitgeschmack orientiert, aber auch individuelle Interpretationen angeboten. Die blau-weißen Kacheln zum Beispiel, manchmal werden sie stark in den Farbklang integriert oder sie werden besonders betont. Ähnlich ist es mit den Fenstern. In einigen Varianten werden sie zum Blickfang in der sonst sehr dezenten Farbwahl oder sie werden selbst Teil des Fassadenhintergrundes", so heißt es erklärend in der Ausstellung.

Seit März 1995 steht das Miethaus als Einzeldenkmal auf der Liste des Landes. Mit der umfassend geförderten Sanierung wird auch die historische Dachlandschaft mit Turm und Ziergitter originalgetreu restauriert, verspricht die WGW. Im Zuge der Modernisierung entstehen fünf hochwertige Zwei- bzw. Dreiraumwohnungen mit Balkon oder Terrasse.

Im Internet können Sie, liebe Leser, unter www.wg-wittenberge.de mittels eingebundenem Facebook-Auftritt über die Fassadengestaltung des Hauses abstimmen. Auch der "Prignitzer" in der Wilhelmstraße 4 in 19322 Wittenberge, Telefon 03877/92908273, nimmt Ihre Meinungen gern entgegen.


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