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Mecklenburg-Vorpommern

17. Oktober 2017 | 08:00 Uhr

Sommertour : Das Haus der Unikate

vom
Aus der Onlineredaktion

Bei Martina Menzel in Schwerin kann jeder seine Keramik selbst bemalen. Neue Sommerserie unserer Zeitung

von
erstellt am 01.Aug.2017 | 12:00 Uhr

Im Vorher-Regal sind sämtliche Tassen, Schalen und Teller weiß. Das Nachher-Regal aber quillt über von Farben und Formen. Es gibt Punkte und Striche, Blätter und Sterne. Es gibt Schalen und Vasen, Eulen, Katzen und sogar ein Einhorn. Zwischen den beiden Regalen warten mehr als 50 Farbfläschchen, Pinsel, Schwämme und allerlei andere Utensilien auf Freizeit-Künstler jeden Alters.

Seit bald zwei Jahren kommen sie in die „Tuscherei“ zu Martina Menzel in die Schweriner Innenstadt. Hier sucht sich jeder sein Stück Keramik selbst aus und dekoriert es mit eigener Hand. „Man kann das auch, wenn man gar nicht malen kann“, sagt die 36-Jährige. „Manche haben erst ein bisschen Scheu anzufangen. Aber dann lassen sie sich drauf ein und sind am Ende sehr stolz.“

Sechs Wochen Sommerferien – das ist der Traum aller Schulkinder. Sechs Wochen Sommerferien – das ist aber auch eine Herausforderung für die Eltern. Denn am Ende des Familienurlaubs ist noch eine Menge Ferienzeit übrig. Oder der Sommer lockt an Wochenenden ins Freie, um noch ein paar außergewöhnliche Stunden mit dem Gefühl „Raus aus dem Alltag“ zu füllen. Unsere diesjährige Sommerserie gibt Tipps für Freizeitvergnügen vor der eigenen Haustür – Ideen für Zuhause-Gebliebene und Wiedergekommene.

Martina Menzel stammt aus Crivitz. Sie ist Speditionskauffrau, arbeitete für Unternehmen in Rostock, Leipzig und Hamburg, war in ganz Europa unterwegs. Aber vor einigen Jahren kehrte sie mit ihrem Mann und dem kleinen Sohn in die Heimat zurück. Aus Hamburg brachte sie die Idee für ihr Geschäft mit. Sie schrieb einen Businessplan und gewann sogar einen IHK-Gründerwettbewerb.

„Ich hatte auch Glück mit diesem Laden hier“, erzählt Menzel. „Zwar musste viel gemacht werden, aber am Ende passte alles zusammen.“ Vom Start weg kamen viele Menschen, von kleinen Kindern bis zu alten Damen, manche allein, andere zu zweit oder in Gruppen. „Wenn sie erst mal angefangen haben, gehen sie total auf“, lacht Menzel. „Die Jungs müssen vielleicht ein bisschen angeleitet werden, sonst pinseln sie einfach mit schwarz ihren Namen auf die Schale. Aber wenn sie die Kurve gekriegt haben, entstehen wunderschöne Teile.“

Die Möglichkeiten für die Gestaltung sind enorm. Farbe mit Pinseln aufzutragen, traut sich wahrscheinlich jeder zu. Aber sie mit Schwämmchen aufzutupfen, mit Kratzern Muster einzuritzen, mit Farbfläschchen Buchstaben zu formen oder Muster durch Seifenblasen entstehen zu lassen – das ist besonders. „Den ganz Kleinen zeigen wir noch nicht alle Techniken, das wäre viel zu viel für sie“, sagt Menzel. Das Meiste lässt sich vorher auf Papier ausprobieren, auf der Keramik kann das Dekor mit Bleistift vorgezeichnet werden. Tassen, Teller und all die anderen Stücke bleiben im Laden, wo sie noch glasiert und gebrannt werden. Erst dann sind die Farben fixiert und kommen richtig zur Geltung. Ganz neu sind Spezialglasuren, die sich erst beim Brennen entwickeln. Etwa eine Woche nach dem Besuch können die Stücke abgeholt werden. Am Wochenende und in den Ferien sind auch Gäste von außerhalb im Laden – sie bekommen ihre Werke zugeschickt.

Und mit jedem, das auf dem heimischen Tisch landet, lebt auch die Erinnerung an die schönen Stunden weiter. „Ich bin total zufrieden und habe ganz viel Spaß an meiner Arbeit“, sagt die junge Unternehmerin.

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