Nach dem Unwetter : Das große Aufräumen

Fassungslos schauen Anwohner in Plau am See auf den tiefen Graben, wo einst eine Straße war. Regen hatte die Fahrbahn weggespült.
Fassungslos schauen Anwohner in Plau am See auf den tiefen Graben, wo einst eine Straße war. Regen hatte die Fahrbahn weggespült.

Am Plauer See sind die Menschen immer noch dabei, die Schäden der Unwetter von Mittwoch zu sichten

svz.de von
31. Juli 2014, 20:30 Uhr

Einen Tag nach den sintflutartigen Regenfällen haben in Malchow (Kreis Mecklenburgische Seenplatte) und Plau (Kreis Ludwigslust-Parchim) die Aufräumarbeiten begonnen. Das werde sicher mehrere Tage dauern, erklärten übereinstimmend Malchows Bürgermeister Joachim Stein (Grüne) und Plaus Erste Stadträtin, Sabine Henke, gestern. In beiden Regionen seien die Stadtbauhöfe mit zusätzlichen Kräften im Einsatz. Die Schäden würden auf mehrere Hunderttausend Euro geschätzt. 

Tief „Renate“ hatte laut Deutschem Wetterdienst mit Gewittern und bis zu 95 Liter Regen pro Quadratmeter am Mittwoch die Region am Plauer See heimgesucht. Das war laut Deutschem Wetterdienst das Eineinhalbfache der Regenmenge, die sonst im Juli herunterkommt. In Plau waren besonders die Ortsteile Heidenholz und Quetzin betroffen, wo ein Krankenhaus knapp einer Stromabschaltung entging.

„Wir stellen eine Antrag auf Fördermittel von rund 100 000 Euro, weil eine Straße fast komplett weggespült wurde“, sagte Henke. Eine Baufirma sorge dafür, dass die Anwohner wieder zu ihren Grundstücken und auch wieder wegkämen. Die Stadt Plau sei kaum betroffen: „Wir haben aber noch Glück gehabt“, sagte Henke.

„Der Regen hat Geröll, Sand und Grünzeug angespült, die ganze Stadt muss saubergemacht werden“, sagte Stein in Malchow. Mehrere unbefestigte Straßen und Wege seien derart ausgespült, dass sie neu angelegt werden müssten. „Die größten Schäden werden sicher in den privaten Haushalten liegen, wo die Keller vollgelaufen waren“, meinte Stein. Auch bei mehreren städtischen Mehrfamilienhäusern hätten die innen liegenden Regenwasserrohre nicht standgehalten und Keller seien vollgelaufen.

Bei der Kegelbahn eines Sporthotels drückten die Wassermassen das Flachdach auf 20 Metern Länge ein. Allein dort wird der Schaden auf rund 200 000 Euro geschätzt. „Wir warten noch auf einen Sachverständigen“, erklärte ein Hotelsprecher. Bis Oktober müsse die Kegelbahn wieder fertig sein, sonst werde es wirtschaftlich eng.

Wie eng beieinander Freud und Leid liegen, zeigte sich in Waren: Die regenreiche Gewitterfront hat dem Naturinformationszentrum Müritzeum  einen Gästerekord beschert. Mehr als 3500 Besucher erkundeten die Ausstellung zur Tier- und Pflanzenwelt der Seenplatte und die Aquarienlandschaft, sagte Müritzeum-Leiterin Andrea Nagel. „Sicherlich war das Regenwetter für viele Anlass, diesmal statt Strand Fische zu gucken.“ Auch in Stralsund profitierten naturkundliche Museen vom schlechten Wetter. Ins Ozeaneum in Stralsund kamen am Mittwoch 6500 Besucher, ins Meeresmuseum weitere 3500, wie Sprecher Jens Oulwiger sagte.


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