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Museum Peenemünde : Das größte Industriedenkmal im Land

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Die Geschichte des Kraftwerks Peenemünde steht ab April im Zentrum einer neuen Dauerausstellung auf dem Gelände der früheren NS-Versuchsanstalt. Der Strom des Kraftwerks diente der Entwicklung der V2-Raketenwaffen.

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erstellt am 16.Mär.2012 | 10:57 Uhr

Peenemünde | Die Geschichte des Kraftwerks Peenemünde steht im Zentrum einer neuen Dauerausstellung auf dem Gelände der früheren NS-Heeresversuchsanstalt. Die Ausstellung, die im April eröffnet werden soll, dokumentiere die Entwicklung vom Bau des 1942 in Betrieb genommenen Steinkohlekraftwerks bis zur Abschaltung im April 1990, sagte Christian Mühldorfer-Vogt vom Museum Peenemünde gestern. Das Kraftwerk sei das größte Industriedenkmal in Mecklenburg-Vorpommern und eine historische Quelle, an der sich neben der NS-Geschichte Peenemündes auch die Wirtschafts- und Energiepolitik der DDR ablesen lasse.

Das Kraftwerk war zunächst mit einer Leistung von 30 Megawatt in Betrieb genommen worden, um die Stromversorgung für die von Wernher von Braun (1912-1977) geleitete Entwicklung der V2-Raketenwaffen, vor allem für die Flüssigsauerstoff-Produktion, sicherzustellen. Nach Kriegsende ging eine der beiden Turbinen als Reparation an die Sowjetunion. Die rund 180 000 Euro teure Ausstellung dokumentiere, dass das Werk in der unmittelbaren Nachkriegszeit weiter lief und beispielsweise das Klinikum in Greifswald mit Energie versorgte, sagte Mühldorfer-Vogt.

Vor 100 Jahren wurde der Raketenentwickler Wernher von Braun geboren. Als Technischer Direktor leitete er in der Heeresversuchsanstalt die Entwicklung von Hitlers berüchtigter Wunderwaffe "V2". Im hermetisch abgeschlossenen Norden der Insel Usedom entstand ab 1936 ein militärisches Großforschungsprojekt zum Bau raketenbetriebener Bomben. Neben Forschungsstätten, Raketen-Prüfständen und einem Windkanal entstanden ein Kraftwerk und Sauerstoffwerk sowie Wohnsiedlungen. Rund 13 000 Ingenieure, Techniker und Militärangehörige arbeiteten nach Angaben des Museums Peenemünde bis 1945 in der NS-Heeresversuchsanstalt an der Entwicklung der V2-Waffe. Nachgewiesen ist, dass in Peenemünde auch Zwangsarbeiter und KZ-Häftlinge eingesetzt wurden.

Rund 6000 V2-Raketenbomben wurden gebaut, die Hälfte auf Ziele in Großbritannien, Belgien, Frankreich und den Niederlanden geschossen.

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