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Mecklenburg-Vorpommern

23. Oktober 2017 | 17:10 Uhr

Das geeignete Krankenhaus finden

vom

svz.de von
erstellt am 13.Dez.2011 | 10:00 Uhr

Ich bin am Montag stationär aufgenommen und Donnerstagfrüh wieder entlassen worden. Das sind drei Übernachtungen. Warum soll ich für vier Tage eine Zuzahlung leisten? Am Entlassungstag habe ich ja auch kein Mittag- und Abendessen mehr gehabt.

Die Zuzahlung zur stationären Behandlung wird nach Kalendertagen und nicht nach Übernachtungen berechnet. Für die Krankenhausbehandlung werden je Kalendertag - also sowohl für den Aufnahme- wie den Entlassungstag - zehn Euro erhoben.

Ich war kürzlich im Krankenhaus. Bei einer Wundbehandlung fiel mir auf, dass ein Teil der Krankenschwestern Schutzhandschuhe trug, andere nicht. Ist das in Ordnung?

Bei der Wundversorgung sind Schutzhandschuhe Pflicht. Wenn das nicht eingehalten wird, sollten Patienten sich nicht scheuen, die Stationsleitung oder - sofern diese nicht reagiert - die Klinikleitung zu informieren. Nur dann können die Verantwortlichen reagieren. Patienten können natürlich auch die Schwestern direkt darauf ansprechen.

Ich muss mir demnächst ein künstliches Hüftgelenk einsetzen lassen. Wie finde ich das für mich geeignete Krankenhaus?

Erster Ansprechpartner bei der Wahl der Klinik ist natürlich der überweisende Arzt. Darüber hinaus sollte man ruhig selbst recherchieren, was die in Frage kommenden Krankenhäuser bieten und wie diese arbeiten. Im Internet gibt es dafür verschiedene Möglichkeiten. Auf der Homepage der Krankenhausgesellschaft Mecklenburg-Vorpommern (kgmv.de) findet man unter dem Menüpunkt "Krankenhäuser" eine Kurzvorstellung aller Krankenhäuser im Land. Über einen Link kommt man übrigens auch zu den Reha-Kliniken, für die es ein eigenes Internetportal gibt (reha-verzeichnis.de). Weitere Angebote sind die Internetseite weisse-liste.de und aok-gesundheitsnavi.de (Menüpunkt "Krankenhaus"). Dort findet man zu jeder Klinik Informationen unter anderem zur Bettenzahl, zur Häufigkeit bestimmter Behandlungen, zum Verhältnis von Ärzten zu Patienten und zur Zahl der Pfleger. Über die Auswahl bestimmter Kriterien kann man sich bis zu einer geeigneten Klinik durchklicken. Die Angaben basieren auf den Qualitätsberichten, die die Krankenhäuser regelmäßig erstellen müssen. Kliniken und deren Qualitätsberichte sind auch unter deutsches-krankenhaus-verzeichnis.de zu finden. Darüber hinaus erteilt die Unabhängige Patientenberatung UPD (Telefon 0381/2087045) Auskunft.

Wie hoch ist die Zuzahlung für den Krankenhausaufenthalt und wer muss sie zahlen?

Die Zuzahlung Erwachsener für die Behandlung im Krankenhaus beträgt täglich 10 Euro und ist für höchstens 28 Tage im Kalenderjahr zu bezahlen.

Ich habe gehört, dass man sich bei niedrigem Einkommen von den Zuzahlungen befreien lassen kann. Gilt das auch für die Zuzahlung im Krankenhaus?

Eine vollständige Befreiung von Zuzahlungen ist nicht möglich. Wer aber im Laufe eines Kalenderjahres mit Zuzahlungen zum Beispiel für Krankenhausbehandlungen, Arzneimittel und Praxisgebühr die Belastungsgrenze von 2 Prozent des jährlichen Bruttoeinkommens erreicht, kann sich von der Krankenkasse für den Rest des Jahres von den Zuzahlungen befreien lassen. Für chronisch Kranke liegt diese Belastungsgrenze bei 1 Prozent des Bruttoeinkommens.

Ich werde wahrscheinlich ein neues Kniegelenk bekommen müssen. Kann ich mir das Krankenhaus dann frei wählen? Könnte ich auch nach Hamburg oder Berlin gehen?

Ihr behandelnder Arzt berücksichtigt bei der Verordnung der Krankenhausbehandlung die Art und Schwere ihrer Erkrankung. Gibt es mehrere geeignete Krankenhäuser, trägt er die beiden nächsterreichbaren geeigneten Krankenhäuser ein. Sie können dann unter den in der Einweisung genannten Krankenhäusern frei wählen. Möchten Sie aber, ohne dass zwingende Gründe vorliegen, zum Beispiel in eine Hamburger oder Berliner Klinik, können Mehrkosten durch ein höheres Krankenhausentgelt, aber auch zusätzliche Fahrkosten auf Sie zukommen. Sprechen Sie deshalb vorher mit Ihrer Krankenkasse.

Darf ich auch ein Krankenhaus wählen, das im Ausland liegt?

Handelt es sich um einen Notfall, zahlt die Krankenkasse, was nach dem deutschen Recht erstattungsfähig ist. Unter Umständen werden damit aber nicht alle tatsächlichen Kosten abgedeckt, so dass sich immer eine private Auslandsreisekrankenversicherung zum Beispiel auch für einen eventuellen Rücktransport, empfiehlt. Bei einem geplanten stationären Krankenhausaufenthalt im Ausland braucht der Patient immer vorher die Genehmigung der Kasse.

Wird der Transport zum Krankenhaus von der Kasse übernommen?

Ja, die Fahrkosten werden bei stationärer Krankenhausbehandlung von der Krankenkasse übernommen. Sie müssen allerdings einen Eigenanteil bezahlen. Dieser beträgt 10 Prozent der Kosten, mindestens 5 Euro höchstens 10 Euro und ist sowohl für die Hinfahrt als auch für die Rückfahrt zu entrichten.

Wohin kann ich mich wenden, wenn ich einen Behandlungsfehler des Krankenhausarztes vermute? Ich habe kein Geld für einen teuren Anwalt.

Wenn Sie gesetzlich versichert sind, können Sie sich an Ihre Krankenkasse wenden. Darüber hinaus haben alle Patienten die Möglichkeit, ein Schlichtungsverfahren zu beantragen. Beide Wege sind für Sie kostenfrei. Wenden Sie sich für eine weitergehende Beratung an die nächste Patientenberatungsstelle.

Ich habe eine sehr risikoreiche Operation vor mir und Angst, dass es zu Komplikationen kommt. Vielleicht bin ich dann nicht mehr ansprechbar und entscheidungsfähig. Können dann meine Frau und meine Töchter alles Wichtige für mich regeln?

Ihre Frau und die Töchter können nicht automatisch stellvertretend für Sie notwendige Entscheidungen treffen. Wenn Sie das sicherstellen möchten, können Sie aber vor dem Krankenhausaufenthalt Ihren Angehörigen eine Vorsorgevollmacht ausstellen.

Ich habe eine Patientenverfügung. Muss die auch im Krankenhaus beachtet werden?

Wenn die Situationen zutreffen, die Sie in Ihrer Patientenverfügung geschildert haben, und Sie sich nicht mehr selbst äußern können, sind Ihre Wünsche auch für die Ärzte im Krankenhaus verbindlich.

Ist eine Zusatzversicherung sinnvoll?

Zusatzversicherungen können für Patienten, die sicher sein wollen, dass sie im Fall einer schweren Erkrankung kurzfristig Zugang zum Spezialisten ihrer Wahl haben, sinnvoll sein. Sie haben dann Anspruch auf die Behandlung durch Chefärzte und auf die Unterbringung im Ein- oder Zweibettzimmer. Sie kosten aber beispielsweise einen 43-jährigen Mann 35 Euro im Monat und mehr.

Worauf muss beim Abschluss der Versicherung geachtet werden?

Besonders wichtig ist es, umfangreich Auskünfte über die eigene Krankengeschichte zu geben. Werden Vorerkrankungen verschwiegen, riskiert der Patient seinen Versicherungsschutz.

Kann ich auf einer Behandlung durch den Chefarzt bestehen?

Nur wenn Sie vorher eine Wahlleis tungsvereinbarung darüber abgeschlossen haben.

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