Das Ende einer Verfolgungsjagd

Für einen Polizeiwagen und ein gestohlenes Luxusauto ging die Verfolgungsjagd im Straßengraben zu Ende. Polizisten sicherten die Spuren des Unglücks. Fred Lucius
Für einen Polizeiwagen und ein gestohlenes Luxusauto ging die Verfolgungsjagd im Straßengraben zu Ende. Polizisten sicherten die Spuren des Unglücks. Fred Lucius

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24. September 2012, 07:37 Uhr

Ahlbeck/Neubrandenburg | Eine Luxuslimousine jagt über die Autobahn 11 in Richtung polnische Grenze. In Höhe Penkun fordert ein Kontrollposten der Polizei den Fahrer zum Halten auf. Der tritt das Gaspedal durch und rast über die Ausfahrt von der Autobahn. Nur drei Tage nach dem Aufsehen erregenden Angriff von Autodieben auf Polizisten in Vorpommern ist es erneut zu einer dramatischen Verfolgungsjagd im deutsch-polnischen Grenzgebiet gekommen. Dabei wurde gestern ein Polizist verletzt, ein gestohlenes Auto und ein Polizeiwagen wurden stark beschädigt. Wie ein Polizeisprecher in Neubrandenburg sagte, war den Beamten der rund 50 000 Euro teure Wagen aufgefallen, der mit hohem Tempo in Richtung Stettin (Szczecin) fuhr. Nachdem sich der Fahrer der Kontrolle entzogen hatte, nahm ein Polizeiwagen, unter stützt vom Hubschrauber aus Brandenburg, die Verfolgung auf. Kurz danach verunglückten beide Autos. Der 22-jährige Fahrer des in Frankfurt/Main gestohlenen Pkw blieb bei der Kollision mit einem Baum unverletzt und wurde festgenommen. Er wollte nach Litauen. Im Polizeiwagen, der sich überschlug, wurde ein Beamter verletzt.

Am Freitag hatten zwei mutmaßliche Autodiebe bei Ahlbeck in der Nähe von Ueckermünde zwei Streifenpolizisten angegriffen, die sie kontrollieren wollten. Die Angreifer stahlen eine Dienstwaffe und einen Streifenwagen und flohen. Ein Großaufgebot suchte die Männer: Der 57-Jährige wurde in der Nähe festgesetzt. Sein 40 Jahre alter Komplize, der das Polizeiauto zu Schrott fuhr und danach den Wagen eines Försters entwendete, wurde am Abend mit Hilfe von Hubschraubern und Zeugen aufgespürt. Er ist bereits polizeibekannt.

Gegen die beiden Männer aus Polen, die zwei Autos in Stralsund gestohlen haben sollen, waren am Wochenende Haftbefehle erlassen worden. Der mutmaßliche Haupttäter schweigt seitdem. "Der 40-Jährige hat von seinem Recht, nicht auszusagen, Gebrauch gemacht", sagte Oberstaatsanwalt Gerd Zeisler gestern in Neubrandenburg. Der Komplize des Mannes habe widersprüchliche Angaben gemacht.

Fünf weitere Tatverdächtige, die die Bundespolizei am Freitag am wenige Kilometer entfernten Grenzübergang Hintersee gestoppt hatte, wurden dagegen wieder auf freien Fuß gesetzt. Die Polizei vermutet eine professionelle Autoschieberbande hinter dem Vorfall."So ungünstig die Ausgangslage war, mit dem Ergebnis des Einsatzes können wir doch zufrieden sein", sagte Polizeisprecher Andreas Scholz. Erfahrene Polizisten erwarten, dass solche Einsätze künftig häufiger nötig sein könnten. Die beiden angegriffenen Polizisten seien weiter dienstunfähig. Noch ist unklar, wie sie überwältigt werden konnten.

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