"...dann ging die Alarmanlage los"

<fettakgl>Spurensuche: </fettakgl>Kriminaltechniker Hartmut Palme sicherte gestern Fingerabdrücke in der Ventschower Bankfiliale. <foto>Beitien</foto>
Spurensuche: Kriminaltechniker Hartmut Palme sicherte gestern Fingerabdrücke in der Ventschower Bankfiliale. Beitien

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15. Juli 2010, 08:39 Uhr

Ventschow | "Ich hörte nur einen Knall. Dann ging schon die Alarmanlage los." Nachbarin Marion Stasiak schreckte gestern in der Nacht um halb drei aus dem Bett. Da habe bestimmt jemand den Geldautomaten gesprengt, mutmaßte ihr Mann. Er hatte damit Recht. Im Nachbarhaus in Ventschow, dem Gebäude der Volks- und Raiffeisenbank Güstrow, hatten Unbekannten den Automaten im Erdgeschoss durch eine Sprengung zerstört und waren mit einer noch unbekannten, aber erheblichen Menge Bargeld getürmt.

Alles ging ganz schnell. Selbst die Mieter im Obergeschoss direkt über dem gesprengten Automaten hatten außer dem Knall so gut wie nichts mitbekommen. Ein Anwohner berichtete von einem Pkw, der in Richtung Wismar fuhr, so die Polizei. Ein Fährtenhund verfolgte die Spur der Einbrecher bis zum Parkplatz gleich neben dem Bankgebäude. Die sofortige Großfahndung blieb erfolglos. Dabei eilten zehn Streifenwagen von benachbarten Revieren und von der Autobahnpolizei von allen Richtungen heran. Mehrere Stunden kreiste ein Hubschrauber über den Wäldern rund um Ventschow, so Sprecher Niels Borgmann. Von oben versuchten die Fahnder zu erspähen, ob sich die Täter im Wald verschanzten, bis die Luft rein ist.

Gestern Vormittag nahmen Spezialisten den Tatort in Ventschow genauer unter die Lupe. Hartmut Palme sicherte beispielsweise DNA-Spuren am Geldautomaten. Peter Höppner suchte nach Fingerabdrücken an einem Fenster. Das führt zu einem Raum hinter dem Automaten und war offenbar durch die Explosion zersprungen. Von hinten müssen die Einbrecher wahrscheinlich nach der Sprengung auch an ihre Beute gekommen sein.

Die Fahnder suchen noch nach möglichen Parallelen zu ähnlichen Fällen der vergangenen Monate. "Wir überprüfen, ob es einen Zusammenhang mit Malliß gibt", so Borgmann. "Vermutlich war es wieder Gas", meinte Borgmann zur Art und Weise der Sprengung. Allerdings seien die Untersuchungen noch nicht abgeschlossen.

Gestern fiel in der Chefetage der Volks- und Raiffeisenbank Güstrow die Entscheidung, sich aus sicherheitstechnischen Gründen ganz aus Ventschow zurückzuziehen. "Die Filiale ist erheblich zerstört", sagt die Güstrower Vorstandsvorsitzende Elgin Stündel Elgin Stündel. In den nächsten Tagen sollen die Kunden Post erhalten.

Als Konsequenz aus den beiden nächtlichen Sprengungen in Schwaan und Ventschow will die VR-Bank ihre Selbstbedienungstrakte künftig von Mitternacht bis vier Uhr geschlossen halten. Die Bank müsse verhindern, dass Diebe bei einer Sprengung Menschen verletzten.

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