„Dann gab es einen riesigen Knall“

Fünf Männer und eine Frau werden bei dem Unglück verletzt, einige von ihnen schwer. Einer der Piloten stirbt. Foto: dpa
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Fünf Männer und eine Frau werden bei dem Unglück verletzt, einige von ihnen schwer. Einer der Piloten stirbt. Foto: dpa

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21. März 2013, 07:08 Uhr

Es ist alles genau geplant – bis ins Detail. Insgesamt 400 Beamte der Bundespolizei wollen einen Einsatz gegen Fußball-Hooligans üben. Erst an einer S-Bahnstation, dann auch mit nachrückenden Beamten, die mit Hubschraubern zur Verstärkung eintreffen. Doch am Olympiastadion in Berlin läuft gestern Morgen nichts wie geplant. Das scheppernde Geräusch von herumfliegenden Metallteilen beendet jäh den durchgeplanten Übungseinsatz. Im Schneegestöber kollidiert ein Polizei-Hubschrauber bei der Landung mit einem anderen Helikopter. Ein Pilot stirbt, sechs andere Menschen werden verletzt.

Schon seit Wochen schneit es in der Hauptstadt. Die Beamten beginnen dennoch um 09.15 Uhr morgens mit der Übung. Die Polizisten – einige als Fußballfans verkleidet – stellen einen Streit bei einem Fußballspiel nach. Währenddessen kreisen bereits Hubschrauber über der S-Bahnstation in der Luft. Kurze Zeit später sind zwei Helikopter auf einem Feld gleich neben der bekannten Sportarena gelandet. Die Rotorblätter wirbeln viel Schnee auf. Ein dritter Mannschaftshubschrauber, der etwa 20 bis 25 Plätze hat, setzt zur Landung an. Zu sehen ist nichts – plötzlich ist ein Knall zu hören.
„Erst war alles weiß und dann gab es einen riesigen Knall“, schildert ein Augenzeuge die Situation. Ein anderer beschreibt das Geräusch des Zusammenstoßes und der splitternden Rotorblätter als eine Art Feuerwerk. „Die Trümmerteile sind nach allen Seiten geflogen, auch in Richtung wartender Polizisten und Journalisten“, sagt der Mann. Einige Beamte klettern aus den Hubschraubern, andere werden von ihren Kollegen herausgezogen und gestützt. Die Polizisten versuchen Erste Hilfe zu leisten, Blutungen zu stoppen. Insgesamt fünf Männer und eine Frau werden bei dem Unglück verletzt, einige von ihnen schwer. Einer der Piloten stirbt.

Die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung nimmt die Ermittlungen auf und soll die Ursache der Kollision klären. Dennoch machen nach und nach Mutmaßungen die Runde. Bei der Wetterlage hätte man auf die Übung mit den Hubschraubern verzichten sollen, meinen Beobachter.
Berlins Innensenator Frank Henkel (CDU) sagt, er vermute, die enorme Schneeverwirbelung und die schlechte Sicht könnten zum Unglück beigetragen haben.

Der zweite Vorsitzende der Bundespolizeigewerkschaft, Hans-Joachim Zastrow, kann sich keine Sicherheitsverstöße vorstellen. Dem Nachrichtensender n-tv sagt er: „Sie können absolut sicher sein, dass die Bundespolizei Einsätze mit Hubschraubern nur fliegt, wenn die Sicherheit gewährleistet ist.“ Neben der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung wird die Berliner Polizei im Fall des toten Piloten ermitteln.

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