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Rostock : Dank echter Enkelin Enkeltrick-Betrügerin auf frischer Tat ertappt

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Falsche Enkel, Gewinnversprechen oder Zahlungsaufforderungen: Die Trickbetrügereien per Telefon sind vielfältig. Die Dunkelziffer sei hoch, hieß es von der Polizei. Doch jetzt wurde eine Täterin gefasst.

svz.de von
erstellt am 24.Mär.2017 | 05:00 Uhr

Eine Enkeltrickbetrügerin ist in Rostock auf frischer Tat ertappt worden. Dank der cleveren echten Enkelin einer 90-jährigen Seniorin gelang es der Polizei die 21-jährige Berlinerin zu stellen, teilte die Polizei am Donnerstag in Rostock mit. Die Frau hatte sich am Dienstag am Telefon als Mitarbeiterin des Landeskriminalamtes oder einer Bank ausgegeben und vor allem ältere Menschen aufgefordert, größere Bargeldsummen abzuheben. Einen von der Staatsanwaltschaft beantragten und zunächst am Mittwoch erlassenen Haftbefehl hatte das Amtsgericht Rostock unter Meldeauflagen außer Vollzug gesetzt. Gegen die Frau wird weiter wegen Betruges ermittelt.

Die echte Enkelin, die von ihrer Großmutter von dem Vorfall erfahren hatte, war sofort misstrauisch geworden und informierte die Sparkasse. Die Polizei konnte dann die Betrügerin, die einen gefälschten Polizeiausweis bei sich trug, stellen.

Die Polizei warnt im Nordosten immer wieder vor solchen Enkeltricks und anderen Betrügermaschen. Nur selten gelingt es, die Täter zu fassen. Im März kam es allein im Ostteil des Landes zu 15 Betrügen oder Betrugsversuchen bei Senioren. Von einer höheren Dunkelziffer sei auszugehen, da längst nicht alle Betroffenen Anzeige erstatteten - entweder, weil sie die Versuche als nicht wichtig erachteten oder aus Schamgefühl, wie eine Sprecherin der Polizeipräsidiums Neubrandenburg sagte.

Zuletzt büßte eine 80 Jahre alte Frau aus Grimmen (Kreis Vorpommern-Rügen) am Mittwoch mehr als 20 000 Euro dabei ein. Die allein lebende Seniorin hatte einen Anruf einer angeblichen Nichte erhalten, die für einen Hauskauf dringend Geld benötige. Die gutgläubige Rentnerin übergab einem Boten an der Wohnungstür kurz danach das Bargeld. Erst als sie danach ihre echte Nichte anrief, flog der Schwindel auf.  Von den 15 Versuchen im Ostteil des Landes waren drei erfolgreich: Erst vor wenigen Tagen war ein 57 Jahre alter Mann aus Ahrenshagen (Vorpommern-Rügen) auf falsche Gewinnversprechen hereingefallen und hatte rund 10 000 Euro verloren. Zuvor hatten eine falsche Gerichtsvollzieherin und ein falscher Anwalt ein Ehepaar aus Neubrandenburg um 35 000 Euro betrogen.

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