E-Zigaretten : Dampfen statt rauchen

<p>Maxim Schuster und Denis Teßmann verkaufen im Schweriner Laden Luxury Vape E-Zigaretten.</p>

Maxim Schuster und Denis Teßmann verkaufen im Schweriner Laden Luxury Vape E-Zigaretten.

Immer mehr Menschen steigen auf E-Zigaretten um. Experten warnen vor Nebenwirkungen

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10. Januar 2018, 20:45 Uhr

Sie stinkt nicht, sie hinterlässt keine Rückstände und sie ist billiger. Immer häufiger greifen Raucher zur E-Zigarette. Die elektronischen Verdampfer enthalten keinen Tabak und sollen daher weniger gesundheitsschädlich sein als übliche Glimmstängel. Experten warnen dennoch vor Nebenwirkungen.

Sind Dampfer die neuen Raucher? Innerhalb eines Jahres hat sich der Konsum der elektrischen Alternative mehr als verdoppelt, wie eine Studie des Marktforschungsunternehmens Nielsen zeigt. Demnach stieg der Erlös mit E-Zigaretten zwischen September 2016 und September 2017 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 103 Prozent auf 33,5 Millionen Euro. Gleichzeitig sinkt die Beliebtheit von klassischen Tabakzigaretten weiter. Wurden in Deutschland 2002 noch 398 Millionen Zigaretten am Tag geraucht, halbierte sich der Verbrauch bis 2016 knapp auf 206 Millionen. MV ist bei den Rauchern Spitzenreiter. 41 Prozent der Männer und 27 Prozent der Frauen greifen regelmäßig zur Zigarette.

Dass der Trend jedoch mehr zur Alternative geht, bestätigt auch Maxim Schuster, Betreiber des E-Zigaretten-Laden Luxury Vape in Schwerin. „Inzwischen sind sie ein richtiges Lifestyle-Produkt geworden.“ Viele wollten auf Tabak verzichten. Die Flüssigkeit, die verdampft wird, ist ein Gemisch aus Chemikalien. Hauptbestandteil sind Propylenglykol und Glyzerin.

Mediziner befürchten, dass vor allem junge Menschen durch die scheinbar harmlose Tabakalternative zum Rauchen verleitet werden. „Wenn man vom Konsum der klassischen Zigarette wegkommen möchte, hat die E-Zigarette sicher einen gewissen Vorteil“, sagt Prof. Johann Christian Virchow von der Universitätsmedizin Rostock. „Wenn man noch nie geraucht hat, ist sie aber eher schädlich.“ Der Lungenfacharzt rät dazu, auf beide Genussmittel zu verzichten. „Die E-Zigaretten enthalten Stoffe, die noch nicht abschließend bewertet werden können. Das Nikotin im Nebel ist gefäßschädigend und kann zum Beispiel zu einem Schlaganfall oder Herzinfarkt führen.“

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