zur Navigation springen

Mobile Verkehrsüberwachung : Damit Kids nicht unter Räder kommen

vom

Die Geschwindigkeitsmessanlage, die vor einem Jahr für viel Aufmerksamkeit vor Parchims Schulen und Kindereinrichtungen gesorgt hat, musste eine Winterpause einlegen. Mit steigenden Temperaturen geht es wieder los.

svz.de von
erstellt am 15.Mär.2012 | 07:56 Uhr

Parchim | In Kürze taucht sie im Stadtbild wieder auf: Die mobile Geschwindigkeitsmessanlage, die vor einem Jahr für viel Aufmerksamkeit vor Parchims Schulen und Kindereinrichtungen gesorgt hat. "Die Technik musste eine Winterpause einlegen, weil Kälte den Akkus Probleme bereitet. Aber mit steigenden Temperaturen geht es wieder los", sagt Lutz Jakobi vom städtischen Verkehrsamt. Der erste Einsatzort im laufenden Jahr wird der Fischerdamm vor der Adolf-Diesterweg-Grundschule sein. An gleicher Stelle hat das neuartige Gerät im Februar 2011 Premiere gefeiert. Die Kraftfahrer, die die viel befahrene Straße vor den Schulen nutzten, waren zunächst überrascht. Sie mussten sich offenbar erst daran gewöhnen, dass ihnen die Geschwindigkeit in einem rund 250 Meter großen Messbereich permanent angezeigt wird. Zusätzlich gibt es sogar eine Bewertung: Ein grünes "Danke" für die Autofahrer, die sich an die vorgeschriebene Geschwindigkeit bis 30 km/h halten und ein rotes "Langsam" für die Bleifüße. "Die Wirkung ist erfreulich. Nicht selten war zu beobachten, dass Verkehrsteilnehmer nach der Information auf der Messtafel runter vom Gas gegangen sind und deutlich langsamer den Abschnitt passiert haben", gibt sich Robert Janke, Mitarbeiter des zuständigen Fachbereiches der Stadt, zufrieden. Im Stadthaus ist man sich nach einem Jahr einig: Diese kreative Verkehrsüberwachung erfüllt ihren Zweck und Parchims Straßen sind ein Stück sicherer geworden. Die rund 2000 Euro, die für die Anschaffung des Gerätes nötig wurden, haben sich offenbar gelohnt. Dabei machen sich die Initiatoren des Projektes keine Illusionen, dass sich damit alle Kraftfahrer an die vorgeschriebene Geschwindigkeit halten.

Die Zahlen sprechen für sich: In der Kreisstadt sind im vergangenem Jahr 13 Kinder im Straßenverkehr verunglückt. Meistens blieb es bei leichten Verletzungen. Kinder bleiben eine besonders gefährdete Altersgruppe und jede Möglichkeit, den Weg zur Schule oder in den Kindergarten sicherer zu machen, gilt es auszuschöpfen.

Die Stadt wird nach den guten Erfahrungen auch in diesem Jahr wechselnde Standplätze für die mobile Geschwindigkeitsmessanlage einplanen. So steht bereits fest, dass beispielsweise neben der Diesterweg- und Reuterschule auch die Straßen vor den Kindereinrichtungen "Villa Kunterbund", "Spatzennest", "Regenbogen" sowie beim Gymnasium, an der Paulo-Freire- und Kreismusikschule das Gerät für bis zu vier Wochen an einem Lampenmast montiert wird. Vorbereitungen werden auch getroffen, dass erstmals die Wallallee im Bereich der Goetheschule einbezogen werden kann. Dort gab es bislang noch keinen geeigneten Pfahl für die Befestigung der mobilen Technik.

Nicht erfüllt haben sich die Erwartungen, weitere Daten für die Verkehrsplanung zu bekommen. "Zum ersten Mal können wir an Schwerpunkten die Zahl der durchfahrenden Fahrzeuge und ihre Geschwindigkeit aufzeichnen und anschließend auswerten", so Fachbereichsleiter Holger Geick im Februar 2011 gegenüber der Parchimer Zeitung. Das sollte anonym, also ohne Erfassung der Kennzeichen, erfolgen. Die Stadt wollte damit solide Fakten für zusätzliche Verkehrsmaßnahmen erheben. "Bislang haben wir noch keine brauchbaren Vergleichswerte", so Lutz Jakobi nach einem Jahr.

Obwohl die mobile Messanlage auf Verkehrserziehung statt Strafe setzt, kann es für Unbelehrbare weiterhin teuer werden. Kraftfahrer, die den Hinweis "Langsam" dreist ignoriert haben, waren umso verwunderter, als Tage später unverhofft Post vom Amt folgte. "Wie angekündigt, haben Polizei und kreisliches Ordnungsamt beispielsweise am Fischerdamm ihren Blitzer bzw. ein Lasermessgerät vis-a-vis der Schulen aufgebaut und die Raser zur Kasse gebeten", sagt Lutz Jakobi. Und eins steht fest: Auch in diesem Jahr wird sich an dieser Praxis nichts ändern.


zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen