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Mecklenburg-Vorpommern

22. November 2017 | 12:25 Uhr

DAK-Studie: Krankenstand auf Rekordniveau

vom

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erstellt am 13.Mär.2012 | 09:02 Uhr

Potsdam | Der Krankenstand bei den Brandenburger Beschäftigten war 2011 laut einer Studie so hoch wie seit 15 Jahren nicht mehr. Im Schnitt wurden im vergangenen Jahr jeden Tag 4,6 Prozent der Arbeitnehmer krankgeschrieben, wie aus dem gestern in Potsdam vorgestellten Gesundheitsbericht der Krankenkasse DAK-Gesundheit hervorgeht. 2010 waren es 4,4 Prozent. Ausgewertet wurden die Krankschreibungen eines Teils der DAK-Versicherten.

Mit 22 Prozent war die häufigste Ursachen für Fehltage eine Erkrankung des Muskel-Skelett-Systems, also Probleme etwa mit dem Rücken, der Bandscheibe oder den Knien. Zweithäufigste Ursache war eine Erkältung oder Husten (17,7 Prozent), gefolgt von Verletzungen (14,5 Prozent).

Im Vergleich zum Vorjahr habe 2011 vor allem die Zahl der psychischen Erkrankungen drastisch zugenommen, sagte Susanne Hildebrandt vom Berliner IGES-Insitut, das die Statistik erstellt hat. Die Fallzahlen seien hier um 22 Prozent gestiegen. Wie im vergangenen Jahr gab es mit durchschnittlich 5,3 Prozent täglich die meisten Krankschreibungen in der öffentliche Verwaltung.

Rang zwei nahm das Gesundheitswesen ein (4,8 Prozent). Am wenigsten Ausfälle wurden im Handel sowie in der Rechtsberatung und anderen Unternehmensdienstleistungen registriert (4,1 beziehungsweise 4,2 Prozent).

Insgesamt habe Brandenburg nach Mecklenburg-Vorpommern 2011 den zweithöchsten Krankenstand im bundesweiten Vergleich aufgewiesen, sagte Hildebrandt. Im Bund lag der Anteil der Krankgeschriebenen bei durchschnittlich 3,6 Prozent.

Dies liege zum einen daran, dass Brandenburg ein Flächenland sei und die Beschäftigten oft lange Wege zu ihrer Arbeitsstelle in Kauf nehmen müssten, sagte DAK-Landeschefin Steffi Stei nicke. Zudem sei ein Rückgang von gut bezahlten und "motivierenden" Arbeitsplätzen zu verzeichnen. Viele Menschen hätten mehrere Jobs gleichzeitig oder seien über Leiharbeitsfirmen beschäftigt. Hinzu komme die demografische Entwicklung, sagte Steinicke. Wegen des Fachkräftemangels seien die Firmen auch auf ältere Arbeitnehmer angewiesen. Dies spiegele sich in steigenden Krankmeldungen wider, die der Gesundheitsbericht feststellte.

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