Ex-Minister Reinhard Meyer : „Da helfen Familie und Freunde“

Minister Reinhard Meyer
Reinhard Meyer

Der Ex-Staatskanzleichef und Ex-Wirtschaftsminister Reinhard Meyer über Machtverlust und seine Zukunft

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25. November 2017, 05:00 Uhr

Er war der Mister „MV tut gut“. Reinhard Meyer (SPD) hat quasi die Imagekampagne für Mecklenburg-Vorpommern erfunden. Über zehn Jahre agierte er in Schwerin in der Landespolitik, zuletzt als Chef der Staatskanzlei. 2012 ging Meyer als Wirtschaftsminister nach Kiel. Nach den Wahlen Ende Juni in Schleswig-Holstein hat er sein Amt verloren. Unser Kiel-Korrespondent Dieter Schulz sprach mit ihm.

Herr Meyer, nach elf Jahren in Kabinettsverantwortung in Schwerin und Kiel sind Sie jetzt Privatier. Wie sehr schmerzt der Verlust?
Im ersten Moment schmerzt das natürlich. Ich habe sehr dafür gekämpft, dass die SPD stärkste Kraft im Lande wird, die Regierung anführt und ich Minister bleiben kann. Das ist doch ganz klar, man fällt dann in ein Loch, aus dem man sich selber wieder raushangeln muss. Dafür gibt es keine Anleitung, das muss man lernen. Da helfen die Familie und gute Freunde. Meine Frau hat gesagt: „Du musst weg, wir fahren jetzt erstmal sechs Wochen nach Amerika an die Westküste.“ Die Chance hatten wir und es war für mich ein absolutes Geschenk.

Jetzt haben Sie Zeit sich für Ihr Ehrenamt als Präsident des Deutschen Tourismusverbandes zu engagieren. Füllt Sie das aus?
Ich gebe dem Ehrenamt etwas zurück, was ich dem Verband besonders während meiner Zeit als Minister in Schleswig-Holstein nicht geben konnte. Weil einfach wenig Zeit dafür blieb. Jetzt habe ich ein wenig mehr Zeit und kümmere mich um das Feld Kommunikation. Der Verband sitzt in Berlin. Ich habe da ein kleines Büro und es ist für den Deutschlandtourismus wichtig, in der Bundespolitik verschiedene Dinge anzusprechen und zu versuchen, diese in die Koalitionsrunden einzubringen. Insofern füllt mich das im Moment aus. Ich habe mir allerdings selbst eine Frist gesetzt, mich zu entscheiden, ob ich noch einmal richtig in einen Job einsteige oder ob ich Projekte wie dieses weiter verfolge.

Und diese Frist dauert bis wann?
Bis zum Jahresende.

Erst „MV tut gut“, dann „Der echte Norden“ – ist der Tourismus Ihr Schicksal?
Nun es ist ein Thema, das mir besonders am Herzen liegt und bei dem ich gesehen habe, dass man über Parteigrenzen hinweg eine ganze Menge erreichen kann. Wenn man sich einig ist, wenn man Strategien hat und wenn man auf Qualität setzt. Es gibt eine beispiellose Erfolgsgeschichte des Tourismus in Mecklenburg-Vorpommern seit der Wende und auch in Schleswig-Holstein hat es in den letzten fünf Jahren noch mal einen Schub gegeben. Die Zahlen sind gut, und ich freue mich, dass mein Nachfolger Bernd Buchholz in Kiel unsere Strategie weiter verfolgt.


 

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