Nachfrage bescheiden : Crivitzer Spankorb-Lager quillt über

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Ralph Hennings zeigt Spankörbe in verschiedenen Größen. Weil aber die Nachfrage zu gering ist, will der Gruppenleiter in der Crivitzer Werkstatt für behinderte Menschen mit seinen Schützlingen jetzt Osterkörbchen flechten.Heidrun Pätzold (2)

Die Produktion von Spankörben in der Werkstatt für behinderte Menschen im Settiner Weg in Crivitz ist gestoppt. Zumindest vorerst. Das Lager ist voll. Und die Nachfrage sei sehr bescheiden.

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05. Februar 2013, 10:11 Uhr

Crivitz | Die Produktion von Spankörben in der Werkstatt für behinderte Menschen im Settiner Weg in Crivitz ist gestoppt. Zumindest vorerst. Das Lager ist voll. "Vor zwei Jahren haben wir mit der Herstellung von Spankörben angefangen", erinnert Ralph Hennings, Gruppenleiter der Crivitzer Außenstelle der Ramper Werkstatt des Diakoniewerkes Neues Ufer. Damals habe man gehofft, dass sich dafür Abnehmer finden. Und tatsächlich hat auch ein Obstbau-Betrieb aus der Region einige geordert. Aber das reicht nicht, so Hennings. "Wir haben noch ausreichend Vorrat." Die Körbe mit einem Fassungsvermögen von zwei bzw. drei Kilogramm eignen sich in erster Linie für Obst und Gemüse. Daher gingen die Crivitzer auch davon aus, dass sich Bio-Gärtner oder Bio-Landwirte allgemein dafür interessieren. Die Nachfrage sei aber immer noch sehr bescheiden.

Sobald sich das ändere, könne im Untergeschoss der Werkstatt die Produk tion wieder in Gang gesetzt werden. Die Technik jedenfalls ist startklar und auch das Material steht bereit. Von Baumrinde befreites Pappelholz wird in Stücke gesägt, diese in eine Furniermaschine gespannt. Sie schält das Millimeter dünne Furnier. An einer zweiten Maschine wird es dann zurecht geschnitten. Diese vorgefertigten Teile bilden die Grundlage für die Herstellung der Spankörbe. Zehn psychisch kranke Menschen waren mit der Arbeit vertraut. Es habe eine Weile gedauert, bis sie die Kniffe beim Falten heraus hatten, "aber dann flutschte es auch", so Ralph Hennings. Wie die Beschäftigten bedauert auch er, dass die Produktion derzeit nicht läuft.

Aber es gibt einen kleinen Lichtblick. Hennings: "Wir haben in der Vergangenheit kleine, handliche Osterkörbchen aus Spanholz gefertigt und diese zunächst nur innerbetrieblich angeboten. Bei unseren Kollegen im Diakoniewerk kamen sie jedenfalls gut an. Jetzt planen wir, den Kundenkreis zu erweitern." Der Gruppenleiter denkt an Kindereinrichtungen, Firmen oder auch Privatkunden, die sich hier eindecken können - zu einem günstigen Preis, wie er betont. Zusätzlich bietet die Werkstatt für behinderte Menschen diese kleinen Körbchen auch mit Span-Resten an. Diese seien als Anmach-Holz für Kaminfeuer gut geeignet, erklärt Hennings. Wer Näheres erfahren oder etwas bestellen möchte, kann sich bei Ralph Hennings unter Telefon 03863- 55 55 07 melden.

Etwas ruhiger geworden ist es derzeit auch in der Korb- und Stuhlflechterei der Zweigwerkstatt Crivitz. Hier werden kaputte Sitzflächen oder Rückenlehnen aus Flechtmaterial repariert. Vor einigen Tagen hat ein Kunde aus Schwerin einen alten Ratsherrensessel hergebracht. Die Sitzfläche muss erneuert werden. "Das dauert etwa eine Woche", schätzt Ralph Hennings. "Das ist eine mühsame Arbeit, die in guter Qualität ausgeführt sein will." Mit der Beschaffung des Flechtmaterials - Ratan- gibt es derzeit einige Probleme. Die Großhändler weisen darauf hin, so erzählt Hennings, dass Indonesien als Hauptlieferant mit Beginn dieses Jahres ein Exportverbot für Ratan verhängt habe. Warum, wisse er nicht. Das Naturmaterial wird aus der Kletterpalme gewonnen. Die Großhändler befürchten nun Engpässe und Preissteigerungen. Die Crivitzer Werkstatt aber habe noch einen gewissen Vorrat, so Hennings.

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