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Mecklenburg-Vorpommern

24. September 2017 | 23:22 Uhr

Crivitzer Kicker bei Frauen-WM auf dem Rasen

vom

svz.de von
erstellt am 05.Jul.2011 | 06:36 Uhr

Crivitz/Dresden | Bei einem WM-Spiel auf dem Rasen. Dieser Traum wurde für 21 junge Kicker aus Crivitz und Umgebung jetzt wahr. Die Acht- bis Zehnjährigen aus der F- und E-Jugend der SG Einheit durften am Freitag bei der Fußball-Weltmeisterschaft der Frauen die Mannschaften aus England und Neuseeland in Dresden auf den Rasen begleiten. Hand in Hand liefen die Jungs aus Mecklenburg sowie ein Mädchen vom Medienpartner der WM mit den Spielerinnen zum Anstoßkreis und stellten sich dort auf. Die Nationalhymnen erklangen. Mehr als 19 000 Zuschauer im Stadion applaudierten. Noch bevor der Anpfiff ertönte, mussten die Nachwuchsfußballer aber den Rasen wieder verlassen haben. Das Spiel, das mit einem 2:1-Sieg von England endete, verfolgten die Crivitzer von der Tribüne aus.

"Das war ein tolles Erlebnis, das sicher allen Jungs noch lange in Erinnerung bleiben wird", erzählt Sabrina Constantin aus Ruthenbeck. Die 33-Jährige betreut gemeinsam mit Maik Malenke die F-Jugend. Daniel Ritzun ist Übungsleiter der E-Jugend. Die drei Trainer waren in Dresden natürlich immer bei ihren Jungs - nur auf den Rasen durften die Erwachsenen nicht.

Sabrina Constantin ist zugleich Mutter von zwei Fußball begeisterten Jungs. Marvin spielt in der E-Jugend, Mathis im F-Team. Und die Brüder waren in Dresden dabei, ebenso wie Dolph (E-Jugend) und Darian (F-Jugend) - die Söhne von Daniel Ritzun. "Wir haben aber unsere Kinder nicht bevorzugt", betont Sabrina Constantin.

Die Crivitzer durften sogar mehr Nachwuchskicker mit nach Dresden nehmen als zuerst gedacht. Denn eigentlich sollten nur 16 Kinder für diesen Auftritt auf internationaler Bühne ausgewählt werden. Der Deutsche Fußballbund gab zudem vor: Die kleinen Kicker dürfen maximal zehn Jahre alt sein und nicht größer als 1,48 Meter. "Einige Familien sind gleich zu Ferienbeginn in Urlaub gereist", ergänzt Sabrina Constantin. "Zudem wollten wir vor allem die Spieler mitnehmen, die sowohl im Training als auch bei Spielen immer aktiv sind." Als der DFB dann die Teilnehmerzahl kurzfristig auf 21 erhöhte, war es gut, dass es genügend junge, aktive Kicker in der Crivitzer F- und E-Jugend gibt.

Vier Probedurchgänge vor dem großen Moment

Für die Jungs war dieser Tag in Dresden der bislang schönste in ihrer Laufbahn als Fußballer. "Viele waren schon vorher einmal in Stadien - die meisten bei Heimspielen des FC Hansa in Rostock", erzählt Sa brina Constantin. Und die Nachwuchs kicker von Einheit durften hier schon einmal die Profis auf den Platz begleiten. "Doch das WM-Spiel war natürlich etwas ganz Besonderes - die Atmosphäre, die Fernsehteams..."

Und die Proben vorher. Denn bei einer WM muss auch das Auflaufen exakt klappen. Nach mehr als sechs Stunden Busfahrt hatten die Crivitzer deshalb auch keine Zeit, sich Dresden anzusehen. Es ging gleich ins Stadion. Viermal wurde das Einlaufen probiert - mit allen Ansagen, Hymnen, festen Positionen. Schick eingekleidet wurden die Crivitzer Jungs außerdem. Hemden, Hosen, Stutzen, Fußballschuhe und auch Taschen von Adidas stellte der DFB zur Verfügung. Übrigens in den Farben Rot und Gelb - den Crivitzer Stadtfarben. Das war aber Zufall.

Die Spielerinnen der Nationalmannschaften aus Neuseeland und England bekamen die Jungs erst kurz vor dem Anpfiff im Kabinengang zu Gesicht. Wer mit welchem Team aufläuft, wurde zuvor festgelegt. Im Vorfeld waren die Engländerinnen die Favoritinnen der Nachwuchskicker. Doch während des Spieles feuerten sie auch die Neuseeländerinnen tüchtig an. "Beim Einlaufen haben einige der Kinder sogar Kontakt zur jeweiligen Spielerin aufgenommen - auf Englisch", erzählt die Mutter voller Stolz.

Nach dem Schlusspfiff ging es gleich wieder in den Bus und zurück nach Mecklenburg. Um 1.45 Uhr waren alle wieder in Crivitz. "Wir hatten erwartet, dass die Jungs im Bus schlafen", berichtet Sabrina Constantin. "Doch die waren viel zu aufgekratzt, tauschten ihre Eindrücke aus."

SG Einheit will Arbeit mit jungen Fußballern weiter ausbauen

Der Ausflug nach Dresden war nicht nur ein tolles Erlebnis. Die Crivitzer Übungsleiter sehen darin auch eine Anerkennung ihrer Arbeit mit dem Fußballnachwuchs. Schließlich ist die SG Einheit der einzige Verein aus Mecklenburg-Vorpommern, der dafür ausgewählt worden ist. "Das spornt uns an, weiterzumachen", sagt Sabrina Constantin. Bislang gibt es im Verein Nachwuchsmannschaften von der F- bis zur C-Jugend. Eine B-Jugend soll im Spätsommer aufgebaut werden, perspektivisch auch eine A-Jugend. In der letzten Ferienwoche beginnt das Training für die neue Saison. Wer dabei sein will, kann sich bei Jugendwart Steffen Gill melden.

Dass die SG Einheit die Ausbildung der jungen Kicker für wichtig hält, hat der Verein auch mit dieser Reise nach Dresden unter Beweis gestellt. Denn die eigentliche Fahrt musste der Verein selbst organisieren und bezahlen, erläutert Sabrina Constantin. Die Eltern der Jungs, die Stadt Crivitz und auch der Wessiner Elektromeister Dirk Wunderow haben den Verein dabei unterstützt. "Viele Eltern ließen es sich auch nicht nehmen, selbst mit nach Dresden zu kommen", berichtet Sa brina Constantin. Andere Familien saßen zu Hause vor dem Fernseher und verfolgten das Spiel sehr aufmerksam - bereits vor dem Anpfiff. "Leider waren nicht alle Kinder zu sehen", berichtet die Übungsleiterin. Doch das schmälert das Erlebnis für die Kicker nicht.

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