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Costa-Kapitän war auf Kollisionskurs in Warnemünde

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erstellt am 02.Mär.2012 | 01:07 Uhr

Von einem gefährlichen Manöver des "Costa Concordia"-Kapitäns Francesco Schettino vor knapp zwei Jahren in Warnemünde berichtet die Turiner Zeitung "La Stampa" am Freitag. Den Ermittlungsprotokollen zur Havarie der "Costa Concordia" sei dieses zu entnehmen: Schettino habe am 4. Juni 2010 als Kommandant des Kreuzfahrtschiffes "Costa Atlantica" bei der Einfahrt in den Hafen des Ostseebades die dort vertäute "Aida Blu" beschädigt und sich dem Kapitän des Schiffes gegenüber dann in "unangemessenem Ton" geäußert.

Das Kreuzfahrtschiff sei fast acht Knoten schnell in den Hafen gefahren, heißt es. Auf Nachfrage seiner Reederei Costa Crociere habe Schettino zu Protokoll gegeben, von einer Geschwindigkeitsbegrenzung nichts gewusst zu haben und dafür auch nicht belangt worden zu sein.

Schettino steht nach der Havarie der "Costa Concordia" vom 13. Januar unter Hausarrest. Ermittelt wird gegen ihn wegen mehrfacher fahrlässiger Tötung, Havarie und Verlassen das Schiffes während der Evakuierung. 25 Tote wurden geborgen, 7 Opfer werden noch vermisst.

In einem Brief soll die Reederei Schettino im Oktober 2010 gerügt haben: "Mit einer größeren Aufmerksamkeit und Kenntnis der Dokumente zur Navigation hätte der Vorfall vermieden werden können", zitiert die Zeitung Angaben des Costa-Personaloffiziers Maurizio Campagnoli.

Nach der Havarie der "Costa Concordia" hatte der 52-jährige Schettino angegeben, nicht die richtigen Karten verfügbar gehabt zu haben. Die "Costa Concordia" war auf einen Felsen gefahren. Die Reederei hatte geantwortet, es sei seine Sache, für die richtigen Karten zu sorgen.

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