Ausstellung Wismar : Coole Kindermöbel

Designstudentin Bianca Jordan mit ihrem multifunktionalen Regalsystem „Neno“
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Designstudentin Bianca Jordan mit ihrem multifunktionalen Regalsystem „Neno“

Nachwuchsdesigner wollen auf der 10. Design-Ausstellung in Wismar Produzenten für ihre Ideen gewinnen

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10. Juli 2015, 12:00 Uhr

Der Teufel steckt im Detail: Die Schrauben wollten nicht gleich beim ersten Mal in die Verbindungsstücke ihrer neuen Kindermöbel passen, sagt die Wismarer Designstudentin Bianca Jordan. „Wir sind ja keine Tischler“, entschuldigt sich die 26-Jährige. Schließlich aber vollendet die angehende Gestalterin die Modelle ihrer Abschlussarbeit noch rechtzeitig. Das multifunktionale Regalsystem „Neno“ gehört zu den gut 150 Exponaten der wichtigsten Hochschul-Ausstellung in der mecklenburgischen Hansestadt.  Die 10. Jahresschau „DIA“ der Fakultät Gestaltung zeigt seit gestern und noch bis morgen auf dem Campus der Hochschule in Ateliers, Fluren und Werkstätten sowie in der Wismarer Altstadt Entwürfe aus den Bereichen Architektur und Innenarchitektur, Licht-, Produkt- und Schmuckdesign sowie Kommunikation und Medien. Eine externe Jury bewertet die Studien- und Diplomarbeiten und vergibt sieben Preise, wie Fakultätssprecherin Silke Holtmann sagt.

Auf interessierte Branchenkenner hoffen auch die künftigen Produktdesignerinnen, die ihre Kreationen jetzt erstmals der Öffentlichkeit zeigen. Nicht nur Bianca Jordan will ihr Kindermöbelsystem auf den Markt bringen und dazu Produzenten aufmerksam machen, wie sie sagt. Auch Kommilitonin Stella Buggenthin möchte, dass ihre Idee umgesetzt und künftig in Serie hergestellt wird. Sie erfand ein variables Säuglingsbett. „Nido“, zu deutsch „Nest“, lasse sich mit wenigen Handgriffen sicher am Elternbett verankern – für mehr Nähe der Mutter zum Baby und damit kürzere Schlafunterbrechungen bei Nacht, erklärt die junge Frau.  Die Studentinnen haben Marktforschung betrieben und in Umfragen Wünsche von Eltern und Kids analysiert. „Erziehung wird heutzutage mehr aufs Kind ausgerichtet“, meint Stella Buggenthin. So dürften etwa viele Fünfjährige schon bei der Wahl ihrer Möbel und dem Einrichten des Spielbereiches mitreden, fand Bianca Jordan heraus. „Da gibt es viel Nachholbedarf in der Möbelindustrie.“

Design-Professor Volker Zölch lobt die experimentellen wie auch praktischen Ansätze der Diplomandinnen. „Die Bedürfnisse in der Gesellschaft ändern sich rasant, dem müssen Produktentwickler gerecht werden.“ Die Fachhochschule versuche, die Ausbildung am Puls der Zeit auszurichten. Dazu gehöre es, Modelle der eigenen Entwürfe in der Studentenwerkstatt zu bauen. Nur selten würden solche Designvorschläge in Originalgröße und aufwendiger Handarbeit ausgeführt so wie die neuen Kindermöbel der Studentinnen. Insgesamt drei Monate brauchten die jungen Frauen für ihre Arbeiten. Sie wollen sich damit jetzt auch auf der Kölner Möbelmesse um den diesjährigen „Kids Design Award“ bewerben, wie sie sagen. 

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