Connor: „Ich backe mir einen Roland"

<strong>Jannis (9)</strong> hübscht seinen Roland mit Zuckerguss an.
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Jannis (9) hübscht seinen Roland mit Zuckerguss an.

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10. Juni 2012, 03:38 Uhr

Perleberg | Seit 1498 steht der Roland in Perleberg als Sinnbild für Stadtrecht, sprich das Marktrecht, für eigene Gerichtsbarkeit und damit Freiheit. Stolz beobachtet er von seinem Thron aus Sandstein aus das Treiben auf dem Marktplatz. Doch was sich hier am Samstag zu seinen Füßen tat, das hatte er in all den Jahrhunderten noch nicht zu Gesicht bekommen. Aus etliche Zeltgarnituren, die der Stadtbetriebshof zur Verfügung stellte und auf den Marktplatz transportierte, entstand ein überdimensionaler Backtisch. 40 Kilo Plätzchenteig rollten so dann Akteure der Initiative "Backstadt - Ideenfreunde für die Prignitz", unterstützt von kleinen und großen "Hobbybackgesellen" aus und formten mittels Handballen und Nudelholz den riesigen Schatten des Rolands. Kein so leichtes Unterfangen, wie sich herausstellte, denn die Sonne machte den Teig weich und der trennte sich so nur ungern von der Kuchenrolle und anschließend von der Form. Mit jener konnten sich Connor und all die anderen einen eigenen Roland in Miniaturausgabe ausstechen. Anschließend gings es für den Teigritter aufs Blech und ab für einige Minuten in den mobilen Backofen. Mittels bunter Zuckerglasur, Liebesperlen und anderlei süßen Überzügen bzw. leckerer Deko bekam der Roland an diesem Tag zumeist auch noch ein recht extravagantes Kleid angelegt. "Es ist mein Roland Jannis", erzählt der Neujährige, dessen Namen der Ritter nun als Zweitnamen auf seinem Wams trägt.

"Es ist einfach eine tolle Idee", so Gisela Schoop, die, von der Neugier gepackt, wie sie sagt, kurz mal vorbei schaute. "Und es macht irgendwie Spaß", ergänzt die Mutti von Connor. "Genau das wollen wir auch erreichen", gesteht Mario Zander, einer der Ideenträger. Es ist die erste Aktion der Initiative, "ein Häufchen von Leuten, die die Prignitz mögen und wollen, dass noch mehr Menschen dieses Fleckchen Erde für sich entdecken. Wir wollen vor allem aber Spaß vermitteln beim Entdecken der Stadt, der Region." Mit den Schattenplätzchen am Sonnabend wollte man im wahrsten Sinne des Wortes alle schon mal ein wenig auf den Geschmack bringen. Und das ist gelungen, denn "das müsst ihr noch mal anbieten", hörte man an diesem Tag auf dem Großen Markt recht oft. Martin Kley, von Beruf Koch, der zugleich auch ein wahres Händchen für die Pâtissier hat, verriet, dass man mit der Stadt an ein weiteres "Schattenplätzchen" denke zu einem Fest oder Jubiläum.

Bis dahin wollen die Backstadt-Ideenfreunde aber noch anderweitig für Aktionen in der Prignitz sorgen. Welche? "Da sind wir noch am Tüfteln. Auf jeden Fall hat es einen direkten Bezug zur Prignitz, geht es um Kreativität und jede Menge Spaß. Und nebenbei wird auch gebacken", verrät Mario Zander schon mal.


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