Digitalisierung : Computer ersetzt Mensch

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Studie der Agentur für Arbeit: So viele Arbeitsplätze könnten durch Automatisierung und Digitalisierung wegfallen.

svz.de von
12. Oktober 2018, 20:00 Uhr

Computer oder von ihnen gesteuerte Maschinen könnten in Mecklenburg-Vorpommern die Tätigkeit fast jedes fünften Arbeitnehmers annähernd ersetzen. 2016 arbeiteten 19,3 Prozent der Beschäftigten in Berufen, deren Tätigkeiten zu 70 Prozent digitalisiert verrichtet werden könnten. Das geht aus einer Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hervor.

2013 waren es nur 10,8 Prozent. Die Chefin der Regionaldirektion Nord der Agentur für Arbeit, Margit Haupt-Koopmann, betonte, dass es sich bei der Ergebnissen nur um das technisch Machbare handle. Wie viele Tätigkeiten tatsächlich ersetzt werden, hänge von wirtschaftlichen, rechtlichen und ethischen Gesichtspunkten ab. So gebe es zum Beispiel für das autonome Fahren noch keine rechtlichen Regelungen.

Wandel der Arbeitswelt

Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) sieht die Ergebnisse gelassen. In dem Maße, wie durch die Digitalisierung Arbeitsplätze eingespart werden, würden auch neue entstehen, sagte er. Für neue Berufsbilder infolge der Digitalisierung müssen sich laut Haupt-Koopmann Arbeitnehmer und Arbeitgeber auf mehr Qualifizierung einstellen. „Weiterbildung muss denselben Stellenwert bekommen wie Ausbildung; Arbeiten und Lernen müssen miteinander verzahnt werden“, sagte sie.

Vom Wandel der Arbeitswelt durch die Digitaliserung sind laut Haupt-Koopmann Regionen und Berufsfelder unterschiedlich betroffen. Mecklenburg-Vorpommern habe aufgrund seiner Wirtschaftsstruktur nach Berlin und Hamburg am wenigsten mit dem Verlust von Arbeitsplätzen zu rechnen. Das Gesundheits- und Sozialwesen sowie die Hotel- und Gaststättenbranche bieten demnach wenig Möglichkeiten, menschliche Tätigkeit durch Computer oder Roboter zu ersetzen. Entsprechend gering ist die Ersetzbarkeit in den Tourismusregionen, während sie in den industriell stärker geprägten Regionen deutlich über dem Durchschnitt liegt, im Kreis Ludwigslust-Parchim bei 27,9 Prozent.

Der arbeitsmarktpolitische Sprecher der Linksfraktion im Landtag, Henning Foerster, forderte, Beschäftigten die Ängste vor der Digitalisierung zu nehmen. Neue Technologien müssten nicht nur die Produktivität steigern, sondern auch die Arbeitsbedingungen verbessern.

Der AfD-Abgeordnete Sandro Hersel mahnte, für die neuen Berufe aufgrund der Digitalisierung sei eine funktionierende digitale Infrastruktur ausschlaggebend. Nur so könne der Wegfall von Arbeitsplätzen durch neu entstehende kompensiert werden.

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